Archive for the ‘Digitales’ Category

Twitter für Juristen

Dienstag, Juni 2nd, 2009

1. Was ist twitter

Twitter ist ein online basierter microblogging Dienst. Das inoffizielle Motto von twitter lautet: “In der Kürze liegt die Würze”. Dies ist zugleich auch die große Herausforderung von den Machern von twitter an die Internetgemeinde, denn twitter erlaubt maximal 140 Zeichen für eine Nachricht. Das ist sogar weniger als eine SMS mit 160 Zeichen. Nun fragt es sich, was man nun in diesen 140 Zeichen als (ggf. angehender) Jurist alles der Welt mitteilen kann und vor allem wofür.

Die Funktionsweise von twitter ist denkbar einfach. Man registriert sich auf der englischsprachigen Plattform des Betreibers (die gelegentlich ausfällt oder nur sehr eingeschränkt erreichbar ist). Sodann hat man die Möglichkeit sein Account farblich zu personalisieren und wird aufgefordert eine erste Nachricht zu schreiben. Was das ist, ist natürlich jedem selbst überlassen, man darf nur nicht die Regel der 140 Zeichen (inkl. Leer- und Sonderzeichen sowie Webseiten-URL’s, die jedoch mithilfe eines der vielen domain-shortener Dienste gekürzt werden kann). Ein guter Anfang wäre einfach zu sagen, was man gerade so tut.

Um nicht alleine im twitter herumzuirren, sollte man sich getreu dem Web ZWEI-NULL Prinzip sogleich auf die Suche nach anderen twitter-Nutzern begeben. Wird man fündig, kann man die Nachrichtenupdates anderer Nutzer abonnieren und ihnen so “folgen”. Andersherum geht auch: wird man als interessant empfunden, so werden die eigenen Nachrichten von anderen abonniert. Im Ergebnis gestaltet sich twitter wie auch andere Publikationsmittel als ein Wettbewerb um die meisten Leser. Entsprechend kreativ, innovativ und einzigartig sollte man bei der Verfassung der Nachrichten sein, um nicht in der Twitterlawine unterzugehen.

Die Frage ist nun, warum man als Student oder bereits ausgebildeter Jurist mit Internetaffinität bei twitter mitmachen sollte. Hier ein Versuch einer Antwort.

2. Twitter: Nutzen für Jurastudenten und Referendare

Im Moment sind mir nur sehr wenige twitternde Studenten bekannt. Meistens betreiben sie zugleich eines oder mehrere Blogs oder sind anderweitig in den modernen Medien aktiv. Dabei ist twitter die einfachste Möglichkeit im Internet publizistisch tätig zu werden. So benötigt man weder besondere Programmierkenntnisse, noch ist twittern mit Geldinvestitionen verbunden. Die einzige Investition, die ernsthaft in Frage kommt ist Zeit. Ihr Einsatz muss aber gerechtfertigt werden. Daher lohnt es sich nur dann zu twittern, wenn man ein gewisses Ziel verfolgt. Die könnten sein:

  • Wunsch zur Selbstdarstellung und starkes Mitteilungsbedürfnis zu bestimmten Themen
  • Suche nach Gleichgesinnten, mit ähnlichen Interessen und/oder Problemen
  • Wunsch, in einem bestimmten Gebiet stets gut informiert zu sein
  • Schaffung und Aufrechterhaltung einer Gruppe von “peers”

andere Ziele sind sicherlich denkbar. Auch ein zielloses drauflosschreiben wäre nicht verpönt, wäre jedoch in den “Auffangtatbestand” des Wunsches nach Selbstdarstellung einzuordnen.

Angesichts der zwar geringen Anzahl aber meist qualitativ hochwertigen studienrelevanten Twitterbeiträge, lohnt es sich meiner Meinung nach als Student sich einzutragen und zunächst mal stumm die neuesten Meldungen zu verfolgen, um gelegentlich darauf zu antworten und sich so an der Diskussion zu beteiligen.

Ein Besipiel, warum twitter in der Ausbildung nützlich sein könnte, bietet der kürzlich vom BGH entschiedene Fall zum Sachmangel wg. fehlender Originallackierung bei einem gebrauchten Fahrzeug. Da waren zwitschernde Juristen schneller als einschlägigen Weblogs und viel schneller als Fachzeitschriften, die den Fall wohl erst in den nächsten Monaten zur Besprechung bringen werden. Hier zeigt sich, dass man hier mit relativ wenig Aufwand stets auf dem Laufenden gehalten wird.

3. Twitter: Nutzen für ausgebildete Juristen

Auch bereits praktizierenden Juristen finden zunehmend Gefallen am twitter, wenn auch aus anderen Gründen. Hier wird twitter meistens ein wenig zweckentfremdet und als eine weitere Werbeplattform betrieben. Doch die 140 Zeichen setzen auch hier einen engen Gürtel auf, sodass die schleichende Eigenwerbung zu hochkomprimierten Informationsbündeln zusammengefasst werden oder einfache Webseitenverweise enthalte. Gerade in den letzteren liegt der Vorteil für die Juristen wie Rechtsanwälte, Fachanwälte, Notare usw. Denn man kann mit relativ wenig Aufwand sehr viele neue Besucher und eventuell Mandtantschaft gewinnen. Zwar ist das twittern in Deutschland nich nicht dermaßen verbreitet, wie in den USA und für viele Laien ist das noch kein Begriff, doch twitter endet nicht mit der Hauptplattform. Rund um das Portal wachsel sehr viele Angebote und Dienstleister heran, die die Twitternachrichten bei sich intergrieren und als Conten auf vielen anderen Webseiten duplizieren. So wird eine einzige Nachricht zugleich auf Dutzend “Feed-Plattformen” veröffentlich und vergrößert so die Wahrscheinlichkeit, dass ein potentieller Klient durch die Twitternachcriht auf den Twitterer aufmerksam wird

4. Fazit

Alles im allen bietet twitter auch im deutschen Sprachraum viele interessante Vorteile sowohl für Jurastudenten als auch für ausgebildete Juristen an. Es erfordert nur wenig Aufwand, begünstigt eine komprimierte Informationsweitergabe und hält den Leser immer auf dem Laufenden.

VPN Nutzung mit Handy an der Uni Köln

Donnerstag, April 16th, 2009

Um in Köln mit seinem Handy halbwegs komfortabel in das UniNetz einwählen zu können, braucht man eine VPN Einwahl nach einem Cisco Standard. Trotz eines eingebauten VPN Zugangsprogramms in den Nokia Handys, funktioniert das leider nicht ohne weiteres.

Jetzt habe ich ein Profil nach dieser schönen Anleitung erstellt, welches man nur hier signieren muss. Die Signierung geht ganz einfach: man gibt einfach seine IMEI Nummer(steht auf dem Karton des Handys oder *#06# auf der Handytastatur eingeben) und seine Emailadresse ein. Nach der Bestätigung der Emailadresse bekommt man die signierte Datei zugeschickt. Diese muss nurnoch im Telefon installiert werden. Fertig. VPN Zugangspunkt mit den importierten Einstellungen definieren (Einstellungen->Verbindungen->VPN). Dann einfach in der UNI am tsunami Wlan Netz anmelden, WEP Schlüssel ( e8d4a51000 ) und seine SMAIL Accountdaten eingeben und lossurfen. Die unsignierty SIS Datei mit den aktuellen VPN Einstellungen für Köln steht hier bei mir exklusiv zum Download.

Bitteschön :)

Barcode scanner in Nokia Symbian Handys

Sonntag, April 12th, 2009

Ich habe mich immer schon gewundert wofür das Programm barcode Reader in den Nokia Symbian Handys gut sein sollte. Heute habe ich endlich daran gedacht danach mal zu googeln und habe folgende nützliche Sache herausgefunden:

Der Barcode Scanner scant nur Barcode (also Strichcodes) in dem Format des QR-Codes. Das sind quadratische schwarzweiße pixelige Codes, die Informationen bis zu 3kb speichern können und so ähnlich aussehen:

Dieses Bild, das ich von Wikipedia habe, enthält die Textinformation: "Morden" (Wer auch immer sowas kodieren muss). Um eben solche Codes lesen zu können, benötigt man das in den Symbian Handys enthaltene Programm Barcode Scanner, welches mit Hilfe der integrierten DigiCam das Bild scannt und übersetzt.

Sehr nützlich sind diese barcodes um schnell kleine Informationshappen an das Handy zu übertragen. So kann man seine Kontaktdaten zB in der Form des QR Codes auf seine Visitenkarte drucken lassen oder auf seiner Webseite veröffentlichen und dem Besucher es leichetr machen, diese Informationen auf sein Symbian Handy zu laden, ohne das ganze mühsam tippen zu müssen. Dafür ist die Webseite http://qrcode.kaywa.com/ hilfreich. Dort kann man sich kostenlos online die Darstellung von Weblinks, SMS, Texte oder TelNr in Form des QR Codes generieren lassen.

Weiteres Anwendungsgebiet sind Webseitenadressen, die man gerne auf seinem Handy haben möchte, aber nicht gerne die ganze lange URl mit den 0-9 Tasten abtippen möchte. Es existiert sogar ein Firefox plugin, welches jede aktuelle Webseitenadresse in das Barcodeformat umwandeln kann. Also ich bin begeistert.

Was ich mir gut vorstellen könnte, solche Barcodes als Sticker überall im öffentlichen Bereich (zB Sehenswürdigkeitsbeschreibung für Touristen, Fahrpläne im Öffentlichen Linienverkehr, Navigationshinweise, Weiterführende Infos zum Ort usw) zu platzieren und so Informationen platzsparend zu übertragen. Eine echt gute Sache, vorausgesetzt man hat Symbian auf seinem Handy.

Juristische Hausarbeit mit LaTeX Teil V – Fazit

Donnerstag, März 19th, 2009

In dem fünfteilgen Kurzkompendium Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Fazit) habe ich versucht eine kurze Anleitung zu geben, wie man seine Hausarbeit auch ohne MS Word schreiben könnte. Dort habe ich die Funktionsweise von LaTeX erklärt und ein  paar Hilfmittel angezeigt, mit denen sich das Schreiben leichter gestaltet.

 

Nun zu meiner Einschätzung. Ich habe es geschafft. Ich schaffte es die Hausarbeit innerhalb der Frist zu bearbeiten, ohne nächtelang mit dem Programmieren zu verbringen. Im Gegenteil, meine Kenntnisse zu Latex erschöpfen sich in den allernötigsten Grundlagen, die man braucht, um eine anständige Hausarbeit hinzukriegen.

 

Ich würde mich als einen Latex Anfänger bezeichnen und ich verspüre auch keinen Wunsch mehr als dies zu lernen. Damit will ich sagen, dass das Erlernen von latex wirklich kein rocket science ist. Es vielmehr eine ziemlich logische Auszeichnungssprache, html nicht unähnlich, die jedoch eine Schnittstelle für viele Hilfs-pakete und Programme bereithält um die tägliche Arbeit zu erleichtern.

 

Im täglichen Einsatz ist latex robust und verlässlich. Jedoch nur solange man aufpasst, dass alle Klammern geschlossen sind, die Literatur richtig formatiert ist und man nicht versehentlich die Syntax von latex mit dem Fließtext vermengt, sodass das Programm beim Kompilieren einem lauter Fehlermeldungen auf den Kopf wird. Dann wird’s unschön. Es heißt dann suchen, suchen, suchen – was könnte man falsch gemacht haben. Das ist wohl der Nachteil von latex. Diese Zeit könnte man mit einer sinnvollen Recherche verbringen, aber es geht nicht weiter, ohne das man den Fehler korrigiert. Der integrierte Debugger hilft da einem auch nicht weiter, weil es oft auf falsche Zeile verweist oder nur kryptische Fehlermeldungen von sich gibt.

 

Nichts desto trotz wird man am Ende mit einer schönen, typografisch beinahe vollkommenen Arbeit beglückt und hat nicht kurz vor dem Abgabetermin die Kopfschmerzen, ob man nicht irgendwo vergessen hat eine Literaturangabe in das Literaturverzeichnis einzutragen und ob alle Fußnoten das gleiche Format haben. Ganz zu schweigen von der Zeitersparnis, die man bei der Eingabe derselben gewinnt.

 

Alles in allem würde ich sagen, das Ergebnis ist es wert etwas Zeit in die Einarbeitung in LaTeX zu investieren. Viele Fakultäten bieten bereits Kurse in LaTeX an und erklären die Funktionsweise und den praktischen Einsatz. Wer wirklich den Inhalt vom Aussehen trenne möchte und sich nur auf den ersten konzentrieren möchte, statt mit den umfangreichen Formateinstellungen von Word zu spielen wird Gefallen an LaTeX finden, wie ich ihn gefunden habe.

 

P.S.: LaTeX spricht man nicht wie das bekannte gummihafte Textilprodukt aus, sondern [ˈlaːtɛχ]  (latech)   

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil III – Wie schreibe ich latex)

Donnerstag, März 19th, 2009

Nachdem Latex hoffentlich problemlos installiert wurde, wollen wir mal probieren, ob daraus was wird.

Latex Befehle beginnen immer mit einem "backslash"

also:

\befehl [option]{argument}

Jede Latex Datei benötigt die Angabe des Beginns und des Endes der Bearbeitung:

\begin{document}

\end {document}

Die Syntax ist denkbar einfach: ein Backslash leitet den Befehl ein, unmittelbar danach folgt der Befehl selbst (zB begin). Dieses kann durch Parameter (z.B. in dem Beispiel: document) und Optionen ergänzt werden. Die Textdatei unterteilt sich in die so genannte Präambel, wo Latex mitgeteilt wird welche Pakete und welche Einstellungen für das Dokument gelten sollen und den eigentlichen Textkörper.

 

Beim Schreiben muss man sich im Klaren sein, dass man nicht das bekommt, was man aktuell sieht (WYSIWYG), sondern, dass was haben will (WYGIWYS). Latex macht das, was Menschen seit Guteberg mit Texten gemacht haben: teilt die Arbeit auf. Statt wie bei Word (WYSIWYG)sich zugleich um das Aussehen und den Inhalt kümmern zu müssen, kann man in Latex sich ausschließlich auf den Inhalt konzentrieren. Den Textsatz übernimmt der Profi in deinem PC. Daher spielt es absolut keine Rolle, in welcher Schrift mit wie vielen Leerzeilen und Leerzeichen, Tabulatoren usw u.s.f. man den Text eingibt. Einzig was zählt ist die Syntax von Latex, die aus der Texteingabe das macht, was man, das Verständnis von Latex unterstellt, erwarten kann.

Wichtig in diesem Zusammenhang sind folgende Konventionen:

%\befehl

kommentiert den Befehl aus. Dieser wird beim Kompilieren nicht berücksichtigt.

\\

führt einen Zeilenumbruch aus. Das nächste Wort erscheint in der nächsten Zeile.

Eine ausgelassene Zeile bei der Texteingabe lässt die nachfolgende Ausgabe im nächsten Absatz weiterlaufen.

 

Das sollte als Grundlage ausreichen. Jetzt kommen wir zur Praxis. Ich nehme als Vorlage für die Hausarbeit die bei Peter Felix Schuster  frei verfügbare HA-Vorlage , die ich etwas angepasst habe und erkläre anhand dieser, was man damit macht.

 

Die Vorlage sieht im wesentlichen folgendermaßen aus:

%Präambel

\documentclass[widefront,tightfn]{jura}
\usepackage{ngerman}
\usepackage[latin9]{inputenc}
\usepackage{ngerman}
\usepackage[T1]{fontenc}%T1-Fonts
\usepackage{mathptmx}%Times Roman als Standardschrift
\usepackage[scaled=.90]{helvet}%Arial f"ur die "Uberschriften
\usepackage{courier}%PostScript Schriftarten (Courier)
\usepackage{setspace}
\usepackage{marvosym}
\usepackage{scrpage2}%Kopf- und Fu"szeilen
\usepackage{jurabib}%juristisches Literaturverzeichnis, Optionen mit \jurabibsetup
\usepackage{geometry}%f"ur Seitenr"ander, s.u.

\setlength{\headheight}{1.1\baselineskip}

 

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

%hier kommt noch die Konfiguration des Jurabib Paktes, %welche ich aber an dieser Stelle des Platzes wegen     %ausspare

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

\usepackage{jurabase}

 

\setcounter{secnumdepth}{7}

\setcounter{tocdepth}{7}

\newcommand*{\jurafinish}{\ifnum\value{tiefe}>1\levelup\jurafinish\fi}

\newcommand{\pg}[1]{\S\,#1}
\newcommand{\Pg}[1]{\SSS\,#1}
\renewcommand{\contentsname}{Gliederung}

\geometry{lmargin=7cm,rmargin=0.75cm,tmargin=2cm,bmargin=2cm,headheight=0ex}

 

%Ende der Präambel
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

\begin{document}
\pagestyle{scrheadings}
\ihead{} \chead{} \ohead{\bfseries\thepage}
\ifoot{} \cfoot{} \ofoot{}
\frontmatter

\pagenumbering{Roman}
\singlespacing

 

%Titel der Arbeit
\title{"Ubung im "Offentlichen Recht f"ur Anf"anger\\bei Prof. Dr. Maximilian Musterprof}

%Bearbeiter mit Adresse und Matrikelnummer
\author{Peter Felix Schuster\\Musterstra"se 30\\08151 Musterstadt\\Matr.\,Nr. 08154711}
\maketitle%Titelseite erzeugen

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

%Vorspann%

\begin{sachverhalt}
%hier kommt der Sachverhalt rein. Einfach aus der pdf oder doc Datei der Aufgabenstellung kopieren
\end{sachverhalt}

\tableofcontents

\bibliography{literatur}
\bibliographystyle{jurabib}

 

%Hier beginnt das eigentliche Gutachten, also 7cm-Rand, 1,5-facher Zeilenabstand

\mainmatter

\pagenumbering{arabic}
\renewcommand{\thefootnote}{\fnsymbol{footnote}}
{\noindent\huge\bfseries
Gutachten\footnote{Alle \Pg{} sind solche des BVerfGG. Alle Artikel sind solche des GG.}
}
\renewcommand{\thefootnote}{\arabic{footnote}}\addtocounter{footnote}{-1}

 

\toc{}

\sub{}

\levelup

\jurafinish

\end{document}

Alles muss man sicherlich nicht verstehen und im einzelnen auch nicht wissen, was all die Befehle bedeuten.

Für die Arbeit mit der Vorlage muss man jedoch folgendes wissen:

  1. In der Präambel werden Einstellungen für die Ausgabe der Datei vorgenommen. Dort werden verschiedene Pakete nach geladen und diese konfiguriert. Welche Optionen möglich sind, kann man in der Dokumentation des jeweiligen Pakets nachlesen, wenn man möchte. Im Normalfall müsste diese jedoch nicht geändert werden, die Vorlage entspricht dem in Deutschland für jur. HA geltenden Standards. Sollte der Aufgabensteller auf eine abweichende Formatierung Wert zu legen, so kann diese durch die in der Vorlagen vorhandenen Kommentare angepasst werden.
  2. Die tägliche Arbeit findet nicht in der Präambel statt, sondern in dem Teil danach. Das wollen wir uns jetzt genauer anschauen.

Der der Präambel nachstehende Teil enthält vier Bereiche:

  1. Titelblatt
  2. Sachverhalt
  3. Gliederung + Literaturverzeichnis
  4. Inhalt

Im Titelblatt macht man seine Angaben wie Namen, Semester und Matrikelnummer, sowie Titel der Arbeit. Über das Design muss man sich keine Gedanken machen – es sieht schlicht und angemessen aus.

In den Bereich des Sachverhalts kopiert oder tippt man die Aufgabenstellung mitsamt aller vom Aufgabensteller gemachten Tippfehlern .

Gliederung und Literaturverzeichnis muss man nicht extra bearbeiten – sie werden automatisch erstellt.

 

Nun zum Inhalt. Hier muss man sich eine logische Struktur der Textebenen schaffen. Dafür stehen die Befehle:

\toc{Titel der Ebene}

\sub{Titel}

\levelup 

Dieses Beispiel würde folgendes erstellen:

A. Titel der Ebene

    I. Titel

Insgesamt geht die Gliederung über 7 Ebenen. Die Tiefe kann man in der Präambel einstellen – man sollte aber nicht übetreiben :)

\setcounter{secnumdepth}{7}

\setcounter{tocdepth}{7}

Zur Verfügung steht ein gemischtes latein-griechisches alpha numerisches System (A I 1 a) aa) alpha) alpha alpha) )

Der Befehl \levelup muss nach einem \sub folgen um auf die nächsthöhere Ebene aufzusteigen. Würde man das obige Besipiel mit \toc{Neue Ebene} weiterführen, so wäre das Ergebnis:

A. Titel der Ebene

    I. Titel

B. Neue Ebene

Tocs fügen weitere Gliederungspunkte in der aktuellen Ebene hinzu. Subs gehen eine Ebene tiefer. Levelup lassen in die Ebene höher aufsteigen. Um folgendes zu erhalten:

A. Titel der Ebene

    I. Titel

    II. Titel 2

       1. Untertitel 1

       2. Untertitel 2

B. Neue Ebene

Müsste man folgenden Code eingeben:

\toc{Titel der Ebene}

\sub{Titel}

\toc{Titel 2}

\sub{Untertitel 1}

\toc{Untertitel 2}

\levelup

\levelup

\toc{Neue Ebene}

Hier machen wir einen Einschnitt. Im nächsten Teil werde ich zeigen, wie man Fußnoten und Literatur mit jurabib verwaltet; den Text kompiliert und das Ergebnis fertig stellt.

 

Weiterführende Links für diesen Teil:

  1. http://www.peterfelixschuster.de/tex.htm – Die Homepage von Peter Schuster
  2. http://www.abyter.de/latex2.htm – eine gute Einführung ins Latex
  3. http://www.uni-giessen.de/hrz/tex/cookbook/cookbook.html – ein sehr umfassender Kurs mit vielen Beispielen und Lernzielkontrollen

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil II – Wie fange ich an)

Mittwoch, März 18th, 2009

LaTeX ist keine Software aus einem Guß, wie sie zB Word oder OpenOffice ist. Vielmehr muss man seine Arbeitsumgebung quasi selbst zusammenstellen. Im Wesentlichen benötigt man folgende Teile:

  1. Ein Editor
  2. Eine LaTeX Distribution
  3. Zusätzliche Pakete
  4. Eine Vorlage

1. Der Editor

Der erste wichtiger Schritt ist die Wahl des Editors, also der Programmumgebung in der die ganze Arbeit verrichtet wird. Wo man seinen Inhalt eintippt, kompiliert, verwaltet usw. In Prinzip wäre es möglich auch mit dem Windows Eigenem Editor Notepad zu arbeiten. Allerdings ist dieser Editor nicht sonderlich bequem, hat sogut wie keine Funktionen und auch keine Anbindung an Latex. Nach meiner Recherche  habe ich mich für den latex editor (lED) entschieden.

latex editor Ansicht

latex editor Ansicht

Das Programm ist kostenlos, hat eine angenehme und verständliche Oberfläche ist schnell und recht stabil. Es hat einige interessante Gimmiks wie eine interne Zwischenablage, wo man 10 Schnipsel abspeichern kann und jederzeit auf jeder beliebigen Stelle im Text durch Anklicken einfügen. Zudem kann man bis zu 10 Lesezeichen einstellen und bei Bedarf darauf springen, ohne lange im Text zu scrollen und zu suchen. So kann man den Bearbeitungsstatus eines Arbeitstages markieren und am nächsten Tag ab da weiter arbeiten. Weiterer Vorteil ist das simple Projektmanagement: so kann man in einem Fenster sowohl den Text als auch die Literatur verwalten, was ganz bequem und übersichtlich ist.

Was an dem Programm nicht gefällt ist das manchmal sehr eigensinnige Verhalten der Programmoberfläche. So kann man zwar die Zeilennummernanzeige einstellen, aber diese wird dennoch nicht angezeigt, was beim Debuggen sehr stört. Die Lesezeichen – einmal gesetzt – lassen sich nicht mehr entfernen, sodass man beim Erreichen der 10 Lesezeichen gezwungen ist eine andere Datei anzulegen, um da neue Lesezeichen zu setzen. Der Scrollbalken ändert seine Ansicht (unter Vista) sobald man mit der Maus drüberfährt und verhält sich ebenfalls ziemlich eigensinnig.

Alles in allem ist der Editor akzeptabel. Alternativen wären:

  1. TeXnicCenterHabe den Editor mal installiert aber nicht eingestellt, sodass ich nur von der Oberfläche her urteilen kann, die mir allerdings ganz gut gefiel
  2. Weitere Entwicklungsumgebungen auch mit verschiedenen Plattformen wie Linux, Mac oder Win

2. Latex Distribution

Wichtiger noch als der Editor ist die Latex Distribution. Diese wird als Kommandozeilesoftware in das Betriebssystem installiert und von dem Editor zum Komplieren angewiesen. Das Ergebnis der Arbeit von Latex ist in der Regel eine PS oder PDF Datei, die dann abgespeichert und ausgedruckt werden kann. Der Vorteil dieser Formate ist die Tatsache, dass sie ihr Aussehen nicht ändern, wie es bei Word und co. der Fall ist, wenn man die Datei an einem anderen Rechner öffnet/ausdruckt. Die PostScript oder PDF Datei enthält alle Informationen, die plattformunabhängig überall gleich dargestellt werden.

Ich habe mich für die MikTeX Distribution entschieden. Ausschlaggebend war dafür die Wahl des Editors, der die Distribution ausdrücklich unterstützt. Die Installation erfolgt in mehreren Schritten. Man lädt einen Net- oder Basic-Installer runter der ca.3 bzw. 90 mb respektive schwer ist und muss beim Installieren nach Bedarf weitere Softwareteile aus dem Internet nachladen. Insgesam belegt die MikTex Installation bei mir 260mb, was für ein Kommandozeilenwerkzeug nicht gerade wenig ist, aber der Großteil sind darin die Makropakete und Schriftdateien. Die Software arbeitet trotz Größe dennoch sehr zügig, subjektiv viel schneller als Word und Co und läuft auch auf sehr betagten Rechnern. Die Installation der Distribution liegt schon ein Weilchen zurück, sodass ich jetzt nicht sagen kann, was bei der Installation zu beachten gäbe, aber das Procedere ist ziemlich selbsterklärend und man kann in Prinzip einfach nur auf next klicken und warten, bis alles heruntergeladen und installiert ist.

3. Zusätzliche Pakete

MikTeX bring mit sich ein Paketverwaltungsprogramm, welches ähnlich wie in Linux ermöglicht Pakete nachinstallieren und zu entfernen ohne diese im Internet selbst suchen und mühsam installieren zu müssen.

Nachinstallieren musste ich folgende Pakete:

  1. geometry
  2. german
  3. helvetic
  4. jura
  5. koma-script
  6. jurabib

Was man nachinstallieren muss, ergibt sich aus den Fehlermeldungen, die in dem Editor beim Versuch des Kompilierens angezeigt werden

4. Vorlage

Schließlich benötigt man eine Vorlage, mit der man seine Hausarbeit gestalten möchte. Auf den Seiten von Peter Schuster findet sich ein paar Vorlagen, die man für seine Hausarbeit frei verwenden kann. Ich habe für meine Arbeit diese Vorlage ausgesucht, die ich nach meinem Bedarf umgestaltete.

Die weitere Vorgehensweise wird dann im nächsten Teil erläutert. Im Schlussteil werde ich meine Erfahrungen mit latex zusammenfassen und eine Stellungnahme zum Thema abgeben.

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (und ganz ohne MS Word)

Dienstag, März 17th, 2009

Nachdem ich eher frustrierende Erfahrungen mit der Kombination wissenschaftliches Arbeiten und Microsoft Word bei meiner ersten Hausarbeit sammeln durfte, habe ich mich entschieden meine zweite Hausarbeit mit den Mitteln  des freien Textsatzprogramms LaTeX zu schreiben.

Nachfolgend werde ich in mehreren Beiträgen schildern, wie ich vorgegangen bin und was daraus geworden ist. Zunächst ein paar Worte zu LaTeX.

Über LaTeX bin ich gestolpert als ich meine erste Hausarbeit vor 1,5 Jahren geschrieben habe und an MS Word alle Zähne ausgebissen habe. Das war echt schlimm. Die Formatierung folgte einer ganz eigensinnigen Logik, die wohl jemanden aus Redmond in einem schlechten Traum eingefallen war und er sie in dem Programm umsetzte. Jedefalls machte die Software nicht das was ich wollte, sondern das was sie für nötig hielt. So eine Fremdbestimmung seitens eines Computers kann ich nicht ertragen. Schon gar nicht, wenn der Abgabetermin immer näher rückt, aber das Inhaltsverzeichnis immernoch so aussieht, als ob der Bearbeiter über Durst getrunken hätte.

Nunja, meine Recherche führte mich zu LaTeX über die Webseite von Peter Felix Schuster. Mich faszinierten vor allem die Unterlagen, die er für seine Zivilrecht AG erstellt hatte. Diese sehen einfach umwerfend schön aus. Die Typografie ist abgestimmt. Die Zeilen- und Zeichenabstände erleichtern das Lesen. Und alles sieht wie aus einem Guss gefertigt – einfach toll. Da habe ich mich entschieden das bei nächster Gelegenheit auszuprobieren. Die Hausarbeit war abgabereif und das ganze kurz vor Schluss umzustellen hatte ich keinen Nerv mehr. Stattdessen recherchierte ich kurz weiter und erfuhr, was es mit LaTeX auf sich hatte.

TeX war ein Programm, welches in den 80er Jahren in den USA für den Textsatz entwickelt wurde. Anders als andere Textsatzprogramme konnte TeX mit speziellen Programmbausteinen (Makros) umgehen und so für jede erdenkliche Textart nach Belieben angepasst werden. LaTeX (ausgesprochen La te:ch) ist ein Paket aus mehreren Hundert Makros, die für viele Standardeinsatzgebiete eine passende Darstellung der Textstücke ermöglicht. So ist LaTeX bei Naturwissenschaftlern für die richtige Darstellung mathematischer Formeln sehr beliebt.

Die große Flexibilität der Software macht es aber ebenfalls möglich nicht-technische Texte richtig zu setzen. So eignet sich das Programm auch für die Erstellung juristischer Texte. Genau das habe ich ausprobiert und werde demnächst berichten, was daraus geworden ist. Geplant ist folgende Gliederung:

  1. Vorgeschichte / Was ist LaTeX
  2. Wie fange ich an, was muss ich wissen?
  3. Wie erstelle ich eine Gliederung, ein Literaturverzeichnis, Fußnoten?
  4. Fazit und eigene Meinung

Empfohlene Links:

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/TeX
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX
  3. http://www.peterfelixschuster.de/tex.htm
  4. http://www.jurawiki.de/LaTeX
  5. http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/de-tex-faq.html

Domainname für 4 Mio. Euro

Sonntag, März 1st, 2009

Unglaublich, was so ein generischer Begriff wie toys in Verbindung mit einem Dot-Com kosten kann. Ganze $ 5,1 Mio oder ca. 4 Mio Euro lässt sich der amerikanische Spielzeughändler toys’R'us kosten (http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_wirtschaft_article.php?id=215848). Ob die das Geld je wieder einfahren werden – in Zeiten der Massenentlassungen und finaziellen Instabilität werden die Elten jeden Cent im Portemonnaie wohl zweimal umdrehen, bevor sie die nächste Malibu Stacy kaufen.

Kostenlose Email Adresse für Juristen

Montag, Februar 16th, 2009

Ich finde es immer sehr abstoßend, wenn jemand, der auf sich etwas hält und sich von der Masse abheben will, mit einer 0815 Emailadresse firmiert. Die ganzen gmx-es, hotmails, web.de’s und viele andere mögen zwar eine gute private Emailadresse sein, für seriöse Angelegenheiten passen diese nicht.

Unter mail.com kann man sich eine Emailadresse mit interessanten Domains (alles was nach @ steht) kostenlos registrieren. Zur Auswahl stehen zahlreiche Berufsbezeichnungen (journalist.com; lawyer.com; consultant.com; chef.net nur um einige zu nennen). Man kann sich auch etwas lustiges zulegen wie dr.com oder mad.scientist.com. Insgesamt stehen über 250 Email Domains zur Auswahl. Der Service ist kostenlos und beinhaltet 3 GB Speicherplatz, Spamschutz und Online Zugriff. Was leider nur mit einem Premiumzugang möglich ist, ist die POP3 Benutzung (Protokoll zur Benutzung in Outlook und anderen Emailprogrammen)

Auch gmx bietet etwas Ähnliches an. Diese als FunDomains bezeichneten Emaildomains sind in bezahlten Accounts ab ProMail (2,99/Monat) verfügbar. Welche Adressen zur Auswahl stehen, kann man leider ohne Registrierung nicht einsehen. Günstiger ist da die Maildomain für 1,49/Monat. Damit erhält man eine echte eigene Domainadresse mit 50 Emailaccounts, die von GMX verwaltet werden.

Fazit: Es gibt durchaus Möglichkeiten günstig an eine repräsentative Emailadresse zu kommen und nicht in der Masse einheitlicher Namen unsichtbar zu werden.

ZJS – kostenlose Zeitschrift für das juristische Studium ist online

Freitag, Februar 6th, 2009

Nun ist es soweit die erste Ausgabe der kostenlosen ZJS ist online verfügbar. Das ist eine durchaus seriöse Fachzeitschrift, die alle 2 Monate erscheint und von namhaften Juristen wie Gsell, Roxin, Rotsch, Artz, Rossi und v.a. geleitet wird. Die Hauptzielgruppe sind Studierende vor dem 1. Staatsexamen. Daher auch die meist ausbildungsrelevanten Beiträge.

Man kann sich die Zeitschrift hier entweder in gesamter Ausgabe oder nur die relevanten Beiträge herunterladen und bei Bedarf ausdrucken. Im Archiv finden sich ältere Ausgaben. Alles in allem eine sehr schöne und empfehlenswerte Sache.