Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil II – Wie fange ich an)

LaTeX ist keine Software aus einem Guß, wie sie zB Word oder OpenOffice ist. Vielmehr muss man seine Arbeitsumgebung quasi selbst zusammenstellen. Im Wesentlichen benötigt man folgende Teile:

  1. Ein Editor
  2. Eine LaTeX Distribution
  3. Zusätzliche Pakete
  4. Eine Vorlage

1. Der Editor

Der erste wichtiger Schritt ist die Wahl des Editors, also der Programmumgebung in der die ganze Arbeit verrichtet wird. Wo man seinen Inhalt eintippt, kompiliert, verwaltet usw. In Prinzip wäre es möglich auch mit dem Windows Eigenem Editor Notepad zu arbeiten. Allerdings ist dieser Editor nicht sonderlich bequem, hat sogut wie keine Funktionen und auch keine Anbindung an Latex. Nach meiner Recherche  habe ich mich für den latex editor (lED) entschieden.

latex editor Ansicht

latex editor Ansicht

Das Programm ist kostenlos, hat eine angenehme und verständliche Oberfläche ist schnell und recht stabil. Es hat einige interessante Gimmiks wie eine interne Zwischenablage, wo man 10 Schnipsel abspeichern kann und jederzeit auf jeder beliebigen Stelle im Text durch Anklicken einfügen. Zudem kann man bis zu 10 Lesezeichen einstellen und bei Bedarf darauf springen, ohne lange im Text zu scrollen und zu suchen. So kann man den Bearbeitungsstatus eines Arbeitstages markieren und am nächsten Tag ab da weiter arbeiten. Weiterer Vorteil ist das simple Projektmanagement: so kann man in einem Fenster sowohl den Text als auch die Literatur verwalten, was ganz bequem und übersichtlich ist.

Was an dem Programm nicht gefällt ist das manchmal sehr eigensinnige Verhalten der Programmoberfläche. So kann man zwar die Zeilennummernanzeige einstellen, aber diese wird dennoch nicht angezeigt, was beim Debuggen sehr stört. Die Lesezeichen – einmal gesetzt – lassen sich nicht mehr entfernen, sodass man beim Erreichen der 10 Lesezeichen gezwungen ist eine andere Datei anzulegen, um da neue Lesezeichen zu setzen. Der Scrollbalken ändert seine Ansicht (unter Vista) sobald man mit der Maus drüberfährt und verhält sich ebenfalls ziemlich eigensinnig.

Alles in allem ist der Editor akzeptabel. Alternativen wären:

  1. TeXnicCenterHabe den Editor mal installiert aber nicht eingestellt, sodass ich nur von der Oberfläche her urteilen kann, die mir allerdings ganz gut gefiel
  2. Weitere Entwicklungsumgebungen auch mit verschiedenen Plattformen wie Linux, Mac oder Win

2. Latex Distribution

Wichtiger noch als der Editor ist die Latex Distribution. Diese wird als Kommandozeilesoftware in das Betriebssystem installiert und von dem Editor zum Komplieren angewiesen. Das Ergebnis der Arbeit von Latex ist in der Regel eine PS oder PDF Datei, die dann abgespeichert und ausgedruckt werden kann. Der Vorteil dieser Formate ist die Tatsache, dass sie ihr Aussehen nicht ändern, wie es bei Word und co. der Fall ist, wenn man die Datei an einem anderen Rechner öffnet/ausdruckt. Die PostScript oder PDF Datei enthält alle Informationen, die plattformunabhängig überall gleich dargestellt werden.

Ich habe mich für die MikTeX Distribution entschieden. Ausschlaggebend war dafür die Wahl des Editors, der die Distribution ausdrücklich unterstützt. Die Installation erfolgt in mehreren Schritten. Man lädt einen Net- oder Basic-Installer runter der ca.3 bzw. 90 mb respektive schwer ist und muss beim Installieren nach Bedarf weitere Softwareteile aus dem Internet nachladen. Insgesam belegt die MikTex Installation bei mir 260mb, was für ein Kommandozeilenwerkzeug nicht gerade wenig ist, aber der Großteil sind darin die Makropakete und Schriftdateien. Die Software arbeitet trotz Größe dennoch sehr zügig, subjektiv viel schneller als Word und Co und läuft auch auf sehr betagten Rechnern. Die Installation der Distribution liegt schon ein Weilchen zurück, sodass ich jetzt nicht sagen kann, was bei der Installation zu beachten gäbe, aber das Procedere ist ziemlich selbsterklärend und man kann in Prinzip einfach nur auf next klicken und warten, bis alles heruntergeladen und installiert ist.

3. Zusätzliche Pakete

MikTeX bring mit sich ein Paketverwaltungsprogramm, welches ähnlich wie in Linux ermöglicht Pakete nachinstallieren und zu entfernen ohne diese im Internet selbst suchen und mühsam installieren zu müssen.

Nachinstallieren musste ich folgende Pakete:

  1. geometry
  2. german
  3. helvetic
  4. jura
  5. koma-script
  6. jurabib

Was man nachinstallieren muss, ergibt sich aus den Fehlermeldungen, die in dem Editor beim Versuch des Kompilierens angezeigt werden

4. Vorlage

Schließlich benötigt man eine Vorlage, mit der man seine Hausarbeit gestalten möchte. Auf den Seiten von Peter Schuster findet sich ein paar Vorlagen, die man für seine Hausarbeit frei verwenden kann. Ich habe für meine Arbeit diese Vorlage ausgesucht, die ich nach meinem Bedarf umgestaltete.

Die weitere Vorgehensweise wird dann im nächsten Teil erläutert. Im Schlussteil werde ich meine Erfahrungen mit latex zusammenfassen und eine Stellungnahme zum Thema abgeben.

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