Und wieder Karteikarten

In den letzten Tagen haben mich zwei interessante Projekte erreicht, die sich beide mit dem Lernen nach dem Karteikartensystem beschäftigen. Da ich nach wie vor der Meinung bin, dass Karteikarten eine recht gute Möglichkeit ist, Inhalte auswendig zu lernen, möchte ich die zwei Projekte hier kurz beleuchten.

1. Als erstes wurde ich auf den mir bisher unbekannten Dienst econtrario.de aufmerksam gemacht
econtrario
Es handelt sich um eine soziale Lernplattform, bei der jeder juristische Aufgaben/Fragen nach dem multiple choice System einstellen kann. Das beste daran: die Seite sieht echt schick aus und der Service soll nach Angaben des Betreibers für immer kostenlos bleiben. Das System bietet Aufgaben aus allen drei Rechtsgebieten, wobei die Auswahl der Fragen noch relativ klein ist. Ich bin aber sicher, dass sich mit der Zeit der Aufgabenpool richtig groß wird. Die Webseite ist zudem so gestaltet, dass sie auch auf mobilen Geräten gut nutzbar ist. Daher ist das Portal auch geeignet, um unterwegs statt Tetris ein paar juristische Probleme zu wiederholen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist dass die Aufgaben keine Kommentarfunktion haben. Man hätte zu jeder Aufgabe einen Diskussionsthread erstellen können, in dem man sich mit anderen Nutzern austauschen könnte. Vielleicht ist diese Funktion für spätere Releases geplant – wer weiß.

UPD: Ich muss mich korrigieren. Ich habe eben festgestellt, dass die Plattform auch eine Kommentarfunktion bietet. Sie hat sich nur versteckt und kommt, was sinnvoll ist, erst dann zum Vorschein, wenn man eine Frage beantwortet.

UPD 2: Einen Verbesserungsvorschlag kann ich doch noch an die Entwickler machen. Es wäre toll, wenn man Karteikarten aus seinem „Karteikasten“ irgendwie exportieren könnte, um zum Beispiel die eigenen Karteikarten mit Anki oder sonstigen Tools zu lernen. Die mobile Version von econtrario erfordert einen Internetzugang, was unterwegs nicht immer verfügbar ist und mit zusätzlichen Kosten verbunden sein kann.

2. Das zweite Projekt stammt von Thomas Kahn. Er hat für Anki (s. Artikel: „Lernen mit Anki (Interaktives Karteikartensystem)“) ein paar Vorlagen erstellt, die sich speziell für juristische Inhalte eignen sollen.

tk_karteikarten

Um die Vorlagen nutzen zu können, muss man eine spezielle Erweiterung für Anki von der Webseite des Anbieters herunterladen. Nach einem Doppelklick, sind die Vorlagen installiert und verwendbar. Sodann wählt man die passende Vorlage aus und erstellt die Karteikarte.

Zurzeit stehen folgende Inhaltstypen zur Verfügung:

  • Einfache Frage
  • Fachbegriff
  • Prüfungsschema
  • Streitstand
  • Vergleichende Frage

Ich finde, diese Vorlagen erleichtern das systematische Lernen ungemein. Sie machen Anki (was eigentlich ein Vokabellerntool für Fremdsprache ist) zu einer Anwendung, die juristische Inhalte richtig strukturiert speichert und abfragt. Mir persönlich hat in Anki die Möglichkeit gefehlt, Prüfungsschemata schön sauber zu speichern. Mit dieser Vorlagensammlung ist es nun möglich.

Daher auch für dieses Projekt eine klare Empfehlung und ein Dank an den Entwickler.

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