Gerichtliche Zustellung 2.0

Nach dem deutschen Prozessrecht ist die Zustellung die Bekanntgabe eines Dokuments an die betreffende Person in einer in §§ 166, 195 ZPO geregelter Form.

Die Zustellung erfolgt in der Regel an die betreffende Partei oder seinen Vertreter (wenn die Partei nicht prozessfähig) oder an den Rechtsbeistand (wenn Anwaltsprozess). Die Form der Zustellung ist meistens Versand durch Einschreiben mit Rückschein, § 175 ZPO.

Die Zustellung löst prozessrechtliche Folgen (v.a. für den Ausspruch des Versäumnisurteils, § 330, was eine Klageabweisung durch Sachurteil nach sich zieht) aus und muss daher nachweisbar sein (zB Vermerk, § 173; Empfangsbekenntnis, § 174; Rückschein, § 174 oder Zustellungsurkunde, § 175).

Eine Zustellung via Internet ist im deutschen Recht nicht vorgesehen. Anders in New Zeeland. Dort hat ein Richter eine Gerichtsladung im Fall einer Veruntreuung von Firmengeldern an einen beschuldigten Mitarbeiter mittels facebook zustellen lassen. Die Kläger konnten seinen genauen Aufenthaltsort nicht ermitteln und traten an den Richter mit dem Vorschlag heran, den Flüchtigen mittels facebook von seinem Glück zu benachrichtigen. Das geschah auch. Jetzt muss der Internet affine Beschuldigter sich vor dem Gericht verantworten.

Deutschland ist sicherlich mit den strikten gesetzlichen Zustellungsvorgaben noch lange nicht so liberal, aber der Fall lässt befürchten, dass das Internet die Grenzen zwischen On- und Offline in geraumer Zukunft unsichtbar machen wird und man sogar vor seinem eigenen PC nicht sicher sein wird.

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil II – Wie fange ich an)

LaTeX ist keine Software aus einem Guß, wie sie zB Word oder OpenOffice ist. Vielmehr muss man seine Arbeitsumgebung quasi selbst zusammenstellen. Im Wesentlichen benötigt man folgende Teile:

  1. Ein Editor
  2. Eine LaTeX Distribution
  3. Zusätzliche Pakete
  4. Eine Vorlage

1. Der Editor

Der erste wichtiger Schritt ist die Wahl des Editors, also der Programmumgebung in der die ganze Arbeit verrichtet wird. Wo man seinen Inhalt eintippt, kompiliert, verwaltet usw. In Prinzip wäre es möglich auch mit dem Windows Eigenem Editor Notepad zu arbeiten. Allerdings ist dieser Editor nicht sonderlich bequem, hat sogut wie keine Funktionen und auch keine Anbindung an Latex. Nach meiner Recherche  habe ich mich für den latex editor (lED) entschieden.

latex editor Ansicht
latex editor Ansicht

Das Programm ist kostenlos, hat eine angenehme und verständliche Oberfläche ist schnell und recht stabil. Es hat einige interessante Gimmiks wie eine interne Zwischenablage, wo man 10 Schnipsel abspeichern kann und jederzeit auf jeder beliebigen Stelle im Text durch Anklicken einfügen. Zudem kann man bis zu 10 Lesezeichen einstellen und bei Bedarf darauf springen, ohne lange im Text zu scrollen und zu suchen. So kann man den Bearbeitungsstatus eines Arbeitstages markieren und am nächsten Tag ab da weiter arbeiten. Weiterer Vorteil ist das simple Projektmanagement: so kann man in einem Fenster sowohl den Text als auch die Literatur verwalten, was ganz bequem und übersichtlich ist.

Was an dem Programm nicht gefällt ist das manchmal sehr eigensinnige Verhalten der Programmoberfläche. So kann man zwar die Zeilennummernanzeige einstellen, aber diese wird dennoch nicht angezeigt, was beim Debuggen sehr stört. Die Lesezeichen – einmal gesetzt – lassen sich nicht mehr entfernen, sodass man beim Erreichen der 10 Lesezeichen gezwungen ist eine andere Datei anzulegen, um da neue Lesezeichen zu setzen. Der Scrollbalken ändert seine Ansicht (unter Vista) sobald man mit der Maus drüberfährt und verhält sich ebenfalls ziemlich eigensinnig.

Alles in allem ist der Editor akzeptabel. Alternativen wären:

  1. TeXnicCenterHabe den Editor mal installiert aber nicht eingestellt, sodass ich nur von der Oberfläche her urteilen kann, die mir allerdings ganz gut gefiel
  2. Weitere Entwicklungsumgebungen auch mit verschiedenen Plattformen wie Linux, Mac oder Win

2. Latex Distribution

Wichtiger noch als der Editor ist die Latex Distribution. Diese wird als Kommandozeilesoftware in das Betriebssystem installiert und von dem Editor zum Komplieren angewiesen. Das Ergebnis der Arbeit von Latex ist in der Regel eine PS oder PDF Datei, die dann abgespeichert und ausgedruckt werden kann. Der Vorteil dieser Formate ist die Tatsache, dass sie ihr Aussehen nicht ändern, wie es bei Word und co. der Fall ist, wenn man die Datei an einem anderen Rechner öffnet/ausdruckt. Die PostScript oder PDF Datei enthält alle Informationen, die plattformunabhängig überall gleich dargestellt werden.

Ich habe mich für die MikTeX Distribution entschieden. Ausschlaggebend war dafür die Wahl des Editors, der die Distribution ausdrücklich unterstützt. Die Installation erfolgt in mehreren Schritten. Man lädt einen Net- oder Basic-Installer runter der ca.3 bzw. 90 mb respektive schwer ist und muss beim Installieren nach Bedarf weitere Softwareteile aus dem Internet nachladen. Insgesam belegt die MikTex Installation bei mir 260mb, was für ein Kommandozeilenwerkzeug nicht gerade wenig ist, aber der Großteil sind darin die Makropakete und Schriftdateien. Die Software arbeitet trotz Größe dennoch sehr zügig, subjektiv viel schneller als Word und Co und läuft auch auf sehr betagten Rechnern. Die Installation der Distribution liegt schon ein Weilchen zurück, sodass ich jetzt nicht sagen kann, was bei der Installation zu beachten gäbe, aber das Procedere ist ziemlich selbsterklärend und man kann in Prinzip einfach nur auf next klicken und warten, bis alles heruntergeladen und installiert ist.

3. Zusätzliche Pakete

MikTeX bring mit sich ein Paketverwaltungsprogramm, welches ähnlich wie in Linux ermöglicht Pakete nachinstallieren und zu entfernen ohne diese im Internet selbst suchen und mühsam installieren zu müssen.

Nachinstallieren musste ich folgende Pakete:

  1. geometry
  2. german
  3. helvetic
  4. jura
  5. koma-script
  6. jurabib

Was man nachinstallieren muss, ergibt sich aus den Fehlermeldungen, die in dem Editor beim Versuch des Kompilierens angezeigt werden

4. Vorlage

Schließlich benötigt man eine Vorlage, mit der man seine Hausarbeit gestalten möchte. Auf den Seiten von Peter Schuster findet sich ein paar Vorlagen, die man für seine Hausarbeit frei verwenden kann. Ich habe für meine Arbeit diese Vorlage ausgesucht, die ich nach meinem Bedarf umgestaltete.

Die weitere Vorgehensweise wird dann im nächsten Teil erläutert. Im Schlussteil werde ich meine Erfahrungen mit latex zusammenfassen und eine Stellungnahme zum Thema abgeben.

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (und ganz ohne MS Word)

Nachdem ich eher frustrierende Erfahrungen mit der Kombination wissenschaftliches Arbeiten und Microsoft Word bei meiner ersten Hausarbeit sammeln durfte, habe ich mich entschieden meine zweite Hausarbeit mit den Mitteln  des freien Textsatzprogramms LaTeX zu schreiben.

Nachfolgend werde ich in mehreren Beiträgen schildern, wie ich vorgegangen bin und was daraus geworden ist. Zunächst ein paar Worte zu LaTeX.

Über LaTeX bin ich gestolpert als ich meine erste Hausarbeit vor 1,5 Jahren geschrieben habe und an MS Word alle Zähne ausgebissen habe. Das war echt schlimm. Die Formatierung folgte einer ganz eigensinnigen Logik, die wohl jemanden aus Redmond in einem schlechten Traum eingefallen war und er sie in dem Programm umsetzte. Jedefalls machte die Software nicht das was ich wollte, sondern das was sie für nötig hielt. So eine Fremdbestimmung seitens eines Computers kann ich nicht ertragen. Schon gar nicht, wenn der Abgabetermin immer näher rückt, aber das Inhaltsverzeichnis immernoch so aussieht, als ob der Bearbeiter über Durst getrunken hätte.

Nunja, meine Recherche führte mich zu LaTeX über die Webseite von Peter Felix Schuster. Mich faszinierten vor allem die Unterlagen, die er für seine Zivilrecht AG erstellt hatte. Diese sehen einfach umwerfend schön aus. Die Typografie ist abgestimmt. Die Zeilen- und Zeichenabstände erleichtern das Lesen. Und alles sieht wie aus einem Guss gefertigt – einfach toll. Da habe ich mich entschieden das bei nächster Gelegenheit auszuprobieren. Die Hausarbeit war abgabereif und das ganze kurz vor Schluss umzustellen hatte ich keinen Nerv mehr. Stattdessen recherchierte ich kurz weiter und erfuhr, was es mit LaTeX auf sich hatte.

TeX war ein Programm, welches in den 80er Jahren in den USA für den Textsatz entwickelt wurde. Anders als andere Textsatzprogramme konnte TeX mit speziellen Programmbausteinen (Makros) umgehen und so für jede erdenkliche Textart nach Belieben angepasst werden. LaTeX (ausgesprochen La te:ch) ist ein Paket aus mehreren Hundert Makros, die für viele Standardeinsatzgebiete eine passende Darstellung der Textstücke ermöglicht. So ist LaTeX bei Naturwissenschaftlern für die richtige Darstellung mathematischer Formeln sehr beliebt.

Die große Flexibilität der Software macht es aber ebenfalls möglich nicht-technische Texte richtig zu setzen. So eignet sich das Programm auch für die Erstellung juristischer Texte. Genau das habe ich ausprobiert und werde demnächst berichten, was daraus geworden ist. Geplant ist folgende Gliederung:

  1. Vorgeschichte / Was ist LaTeX
  2. Wie fange ich an, was muss ich wissen?
  3. Wie erstelle ich eine Gliederung, ein Literaturverzeichnis, Fußnoten?
  4. Fazit und eigene Meinung

Empfohlene Links:

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/TeX
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX
  3. http://www.peterfelixschuster.de/tex.htm
  4. http://www.jurawiki.de/LaTeX
  5. http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/de-tex-faq.html

Domainname für 4 Mio. Euro

Unglaublich, was so ein generischer Begriff wie toys in Verbindung mit einem Dot-Com kosten kann. Ganze $ 5,1 Mio oder ca. 4 Mio Euro lässt sich der amerikanische Spielzeughändler toys’R’us kosten (http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_wirtschaft_article.php?id=215848). Ob die das Geld je wieder einfahren werden – in Zeiten der Massenentlassungen und finaziellen Instabilität werden die Elten jeden Cent im Portemonnaie wohl zweimal umdrehen, bevor sie die nächste Malibu Stacy kaufen.

Kostenlose Email Adresse für Juristen

Ich finde es immer sehr abstoßend, wenn jemand, der auf sich etwas hält und sich von der Masse abheben will, mit einer 0815 Emailadresse firmiert. Die ganzen gmx-es, hotmails, web.de’s und viele andere mögen zwar eine gute private Emailadresse sein, für seriöse Angelegenheiten passen diese nicht.

Unter mail.com kann man sich eine Emailadresse mit interessanten Domains (alles was nach @ steht) kostenlos registrieren. Zur Auswahl stehen zahlreiche Berufsbezeichnungen (journalist.com; lawyer.com; consultant.com; chef.net nur um einige zu nennen). Man kann sich auch etwas lustiges zulegen wie dr.com oder mad.scientist.com. Insgesamt stehen über 250 Email Domains zur Auswahl. Der Service ist kostenlos und beinhaltet 3 GB Speicherplatz, Spamschutz und Online Zugriff. Was leider nur mit einem Premiumzugang möglich ist, ist die POP3 Benutzung (Protokoll zur Benutzung in Outlook und anderen Emailprogrammen)

Auch gmx bietet etwas Ähnliches an. Diese als FunDomains bezeichneten Emaildomains sind in bezahlten Accounts ab ProMail (2,99/Monat) verfügbar. Welche Adressen zur Auswahl stehen, kann man leider ohne Registrierung nicht einsehen. Günstiger ist da die Maildomain für 1,49/Monat. Damit erhält man eine echte eigene Domainadresse mit 50 Emailaccounts, die von GMX verwaltet werden.

Fazit: Es gibt durchaus Möglichkeiten günstig an eine repräsentative Emailadresse zu kommen und nicht in der Masse einheitlicher Namen unsichtbar zu werden.

ZJS – kostenlose Zeitschrift für das juristische Studium ist online

Nun ist es soweit die erste Ausgabe der kostenlosen ZJS ist online verfügbar. Das ist eine durchaus seriöse Fachzeitschrift, die alle 2 Monate erscheint und von namhaften Juristen wie Gsell, Roxin, Rotsch, Artz, Rossi und v.a. geleitet wird. Die Hauptzielgruppe sind Studierende vor dem 1. Staatsexamen. Daher auch die meist ausbildungsrelevanten Beiträge.

Man kann sich die Zeitschrift hier entweder in gesamter Ausgabe oder nur die relevanten Beiträge herunterladen und bei Bedarf ausdrucken. Im Archiv finden sich ältere Ausgaben. Alles in allem eine sehr schöne und empfehlenswerte Sache.

Juris Datenbank für Studenten aus Köln von Zuhause nutzbar

Für Studenten der rechtswissenschaftlichen Fakultät in Köln steht die Juris Datenbank wieder über vpn zur Verfügung. Das heißt, man kann sich in die Datenbank einloggen, ohne zur Uni fahren zu müssen.

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Elektronische Tinte statt rote Würfel

Einen Juristen erkennt der Laie an den roten Würfeln – den seitenstarken Gesetzessammlungen. Noch. Denn die Revolution in diesem Bücherberuf steht unmittelbar bevor. Und sie wird, so wage ich zu behaupten, das äußere Berufsbild des Juristen nachträglich ändern und seine Sonderstellung mit seinen Büchern in der Öffentlichkeit verändern.

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