Buchempfehlung: Erstes Juristisches Staatsexamen

Die juristische Ausbildung wird vielfach wegen ihrer Praxisferne und der unnötigen „Stofffülle“ kritisiert. Bei den zahlreichen Reformdiskussionen lässt sich eins feststellen: „das Examen belohnt das Auswendiglernen“ und hat nur wenig mit freiem Denken zu tun. Indes war das wohl schon zu Zeiten Goethes und Kafkas so.

Zu Beginn des Studiums ahnt man als Erstie oft noch gar nicht, worauf man sich da einlässt. Ein erstes mulmiges Gefühl bekommt man aber, wenn man sich zu Beginn des ersten Semesters in die Uni-Bib wagt und sich die mit Büchern und Zeitschriften vollgestellten Arbeitstische der dort Lernenden anschaut. Wenn dann der Prof in der ersten Vorlesung 25 Minuten die Literaturliste vorstellt, wird einem klar, dass dieses Studium SEHR VIEL WISSEN voraussetzt, wenn man es erfolgreich abschließen möchte.

Das Problem dabei ist meines Erachtens aber nicht die Menge, sondern der fehlende Überblick zu Beginn des Studiums. Es ist so, als ob man unvorbereitet den Everest besteigen würde. Man steht zu Fuße des Bergs und hat keinerlei Vorstellung, wie weit es dort nach oben geht.

Zur Verschaffung des notwendigen Überblicks reichen aber weder die vom Prof empfohlenen Klassiker noch die beliebten Skripte, weil sie das Wissen nur sehr fragmentiert darstellen.

Es gibt aber einige wenige Werke, die sich zum Ziel gesetzt haben, einen Komplettüberblick über den Prüfungsstoff zu vermitteln. Eines dieser Bücher hat Herwig Schöffler in mühevoller Arbeit geschrieben und inzwischen in der zweiten Auflage veröffentlicht (Erstes Juristisches Staatsexamen. Der Prüfungsstoff in einem Werk nach den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen. Herwig Schöffler, 2. Auflage, 2019, 1081 Seiten, 54,90 €)

Herwig Schöffler - Erster Juristisches Staatsexamen
Erstes Juristisches Staatsexamen, 2.A. 2019

Das Konzept dieses Mammutprojekts ist es, durch gezielte Analyse der Prüfungsordnungen das notwendige Minimum an juristischen Examenswissen zu ermitteln und in einer einfachen Sprache in einem einzelnen Werk zusammenzufassen.

Die Inhalte

Neben dem gesamten Examensstoff beinhaltet das über 1.000 Seiten starke Buch auf knapp 200 Seiten die wichtigsten Definitionen, Aufbauschemata, typische Examensprobleme, höchstrichterliche Rechtsprechung, Auslegungsmethodik, Rechtsgrundsätze und Klausurhinweise. Diesen Teil fand ich für mich besonders interessant. Neben den obligatorischen Prüfungsschemata, die man eh auswendig lernen soll, enthält es auch weniger zugängliche Informationen, wie zum Beispiel einen Überblick über sämtliche Anspruchsgrundlagen des Zivilrechts, die zudem nach Anspruchsarten gegliedert sind. Wer das beherrscht und weiß, was hinter dem jeweiligen Anspruch steckt, wird definitiv jede Klausur bestehen.

Wer das Grundstudium hinter sich hat, findet in dem Buch auch eine Übersicht aller Klausurenfälle aus den Fachzeitschriften Jus und Jura aus den Jahren 2013 bis 2017. Mit dieser Übersicht und etwas Kopierzeit in der Bib (oder auch Recherche in Beck-online) kann man sich die teuren Klausurenbücher sparen.

Der „Stoffteil“ behandelt nach einer kurzen Einführung in das Rechtssystem und Juristische Arbeitsmethodik das komplette bürgerliche Recht (BGB AT, Schuldrecht, Deliktsrecht, Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Produkthaftung, Straßenverkehrsrecht, Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Zivilprozessrecht), Strafrecht und Strafprozessrecht, Staatsorganisationsrecht, Verfassungsrecht, Allg. und besonderes Verwaltungsrecht nebst Verwaltungsprozessrecht, Staatshaftungsrecht, Europarecht sowie Völkerrecht.

Den Schwerpunkt bilden erwartungsgemäß das bürgerliche und das Strafrecht, wobei das letzte nach meinem Geschmack ein wenig zu ausführlich geraten ist. Aber auch die anderen Rechtsgebiete sind ausreichend ausführlich, um sich die wesentlichen Strukturen in Erinnerung zu rufen und zu vergegenwärtigen.

Jede Kapitelüberschrift zeigt durch abgedruckte Sternchen ihre Relevanz im Examen an. So lässt sich kurz vor der Klausur oder vor dem Examen zeitökonomisch wiederholen, was wirklich wichtig ist.

Die Sprache ist prägnant und sehr reduziert. Das ist sehr hilfreich, wenn man ein Thema auf den Punkt gebracht nachlesen möchte, ohne sich in den philosophischen Ausführungen der großen Lehrbücher zu verlieren. In dem Vorwort zur zweiten Auflage steht, dass der Verfasser den Satzbau und die Rechtschreibung im Vergleich zur ersten Auflage korrigiert habe. Tatsächlich habe ich nicht über unverständliche oder schlecht formulierte Sätze stolpern müssen.

Die Optik

Nicht sehr gelungen fand ich die Aufmachung und die Typografie des Buches. Zwar sind juristische Fachbücher selten schön anzuschauen, hier hätte man den sehr guten Inhalt mit einer ansprechenderen Optik bedeutend aufwerten können, um die Arbeit mit dem Werk zu erleichtern. Glücklicherweise verzichtet der Autor auf ausführliche Fußnotentexte, die den Lesefluss behindern. Allerdings fand ich schade, dass der Inhalt nicht durch erklärende Übersichten oder Schaubilder verständlich und leichter einprägsam gemacht wird. Auch hätten breitere Seitenränder (mit der Möglichkeit, sich Notizen zu machen) und eine schönere Schriftart das Werk bereichert.

Was das Buch kann

Das Werk von Herrn Schöffler kann helfen, dem Leser einen großen zusammenhängenden Überblick über die Rechtsordnung zu verschaffen. Es stellt die wesentlichen Strukturen und Rechtsinstitute anschaulich und prägnant zusammen. Praktisch und sehr nützlich sind auch die Übersichten und Prüfungsschemata im hinteren Buchteil.

Übrigens – gegen Vorlage des Kaufnachweises liefert der Autor noch kostenlose Audiodefinitionen nach, die über seine Homepage unter juristischesstaatsexamen.de abgerufen werden können. So kann man beispielsweise während der Bahnfahrt die Definitionen der Mordmerkmale wiederholen :).

Was das Buch nicht kann

Auch dieses wunderbare Werk ist leider kein Ersatz für ein vollwertiges Präsenzstudium und wird auch nicht die klassischen Lehrbücher ersetzen. Die Arbeit mit dem Buch setzt voraus, dass man die dort behandelten Themen schon einmal in der Vorlesung gehört oder gelesen hat. Daher kann ich nicht empfehlen, dieses oder ähnliche Werke versuchen, schon im ersten Semester durchzuarbeiten. Das hat damit zu tun, dass der Inhalt doch sehr komprimiert und auf das Wesentliche reduziert ist. Es ist schwer, sich auf diese Weise ein Rechtsgebiet selbständig zu erschließen. Ich würde die Anschaffung eines solchen „Überblick-Machers“ ab dem dritten Semester jedoch dringend empfehlen.

Alternativen

Richtige Alternativen hierzu (gesamtes Wissen in einem Werk) konnte ich nicht finden. Interessant finde ich aber folgende Werke:

Examensrepetitorium Zivilrecht: Examensklassiker anhand originalgetreuer Klausuren (C.H. Beck, 44,90 €)


Die Examensklausur: Originalfälle, Lösungen, Hinweise (Academia Iuris – Examenstraining)
Examensrepetitorium Zivilrecht: Examensklassiker anhand originalgetreuer Klausuren (Vahlen, 27,90 €)

Das gesamte examensrelevante Zivilrecht: Für Studenten und Rechtsreferendare: Fur Studenten Und Rechtsreferendare (Springer-Lehrbuch) (Springer, 64,99 €)

Bildnachweis: Photo by Susan Yin on Unsplash

Juristische Hausarbeit mit LaTeX – Teil IV (Literatur und Fußnoten)

Nun, nachdem wir die Grundlagen kennen gelernt haben und die Vorlage für unsere Hausarbeit halbwegs verstanden haben, widmen wir uns dem Handwerkzeug jeder wissenschaftlicher Arbeit zu: den Quellen.

Eine Hausarbeit unterscheidet sich neben dem Umfang nur durch die ausgiebigen Nachweise von einer normalen Fallbearbeitung. Diese können auf eine sehr bequeme und angenehme Weise mit LaTeX verwaltet werden.

Dafür wird das Paket jurabib benötigt. In der Vorlage vom III Teil ist dieses bereits verlinkt und wenn die ersten Teile dieses Kurzkompendiums bereits gelesen und umgesetzt wurden, müsste das Paket bereits installiert sein. Wenn nicht ist es ein leichtes es nachzuholen. Dazu rufen

Sie aus der MikTeX Installation den Package Manager auf:

 

Installation von jurabib mit miktex

Suchen Sie nach „jurabib“ im Suchfeld name. Das Package wird heruntergeladen und installiert. Durch Rechtsklick können Sie es ebensogut später entfernen.

 

Ist das Paket einmal installiert benötigen Sie eine jurabib Vorlage. Diese können Sie auf der Webseite von Peter Schuster herunterladen oder eine von mir für meine Bedürfnisse angepasste Version hier herunterladen. Die Vorlage von mir enthält einige gängige Kommentarwerke für das Zivilrecht, Fachperiodika, eine Festschrift und einige Lehrbücher, sodass eine Großzahl der möglichen juristischen Textquellen abgedeckt ist.

Der Aufbau des Eintrags richtet sich nach der Dokumentation von juraib. Es ist übrigens ratsam sich die Doku in einem Unterordner abzuspeichern, in dem Sie die Hausarbeit abspeichern, weil man dort oft was nachlesen will.

Die Literatur Datei (Endung bib) speichert man in dem gleichen Ordner wie die tex Datei (wichtig!) ab. In der Vorlage muss der Name (Dateiname ohne *.bib Endung) und das Paket der Literaturverwaltung angegeben werden:

\bibliography{literatur}
\bibliographystyle{jurabib}

Werfen wir einen Blick auf einen Kommentareintrag aus jurabib:

@COMMENTED{palandt68,
  editor = {Otto Palandt},
  editortype = {Begr.},
  title = {Bürgerliches Gesetzbuch mit
 Einführungsgesetz -- Kommentar},
  edition = {68},
  year = {2009},
  publisher = CHB,
  address = CHB:addr,
	howcited = {Palandt-Bearbeiter},
  shorttitle = {BGB},
  ssedition = {0},
  language = {german}
}

Zunächst wird mit einem

@commented{}

der neue Literatureintrag von der Gattung Kommentar eingefügt. In den geschweiften Klammern folgt zunächst die eigene Kurzbezeichnung. An diese sind keine besonderen Vorgaben geknüpft: soll heißen, ich hätte anstatt palandt68 auch bloß palandt, palli, großes_schlechtlesbares_ding usw schreiben können, aber ich wählte diese Bezeichnung, weil ich in meiner Hausarbeit mit zwei unterschiedlichen Ausgaben von Palandt arbeiten musste und daher einmal palandt68 und einmal palandt62 definiert habe.

editor, editortype, title, edition, year

sind selbsterklärend.

publisher

Ist der Verlag. In diesem Fall war das C.H. Beck. Um nicht immer gleiches schreiben zu müssen, kann man eine Variable mit dem Inhalt des Verlagsnamen und der Verlagsadresse anlegen und diese immer wieder verwenden. Die Defintionen sehen so aus:

@STRING{CHB = {Verlag C. H. Beck}}

@STRING{CHB:addr = {M{\"u}nchen}}

 

übrigens spielt es keine Rolle, ob sie die Umlaute maskieren (mit {\“u}, um ein ü zu erzeugen) oder es direkt schreiben. Voraussetzung ist aber, dass ein deutsches Sprachpaket installiert und verwendet wird. Das ist in der hier verwendeten Vorlage der Fall.

howcited

Ermöglicht eine Angabe im Literaturverzeichnis, die sowas wie

Zitiert: Palandt-Bearbeiter

enthält.

shorttitle

ist die Kurzbezeichnung des Werkes für die Ausgabe in den Fußnoten

ssedition

gibt die Möglichkeit die Auflage als eine hochgestellte Zahl in den Fußnoten auszugeben. Das ist aber in juristischen hausarbeiten nicht üblich, daher sollte das auf 0 stehen oder gar nicht erscheinen. Das ist es im wesentlichen.

Nun zu den Fußnoten. Jurabib unterscheidet zwei Arten davon:

\footcite{}

\footnote{\cite}

Footcite wird für eine einzelne Literaturangabe verwendet. Will man also zum Beispiel eine Begriffsdefinition durch ein Kommentarzitat belegen, so schreibt man folgendes:

Eine Sache ist gem §§ 90,90a BGB jeder körperlicher Gegenstand. Tiere sind keine Sachen, werden aber juristisch wie solche behandelt\footcite[Heinrichs][§ 90 Rn. 1; § 90a Rn.1 ]{palandt68}

ergibt folgendes:

Eine Sache ist gem §§ 90,90a BGB jeder körperlicher Gegenstand. Tiere sind keine Sachen, werden aber juristisch wie solche behandelt²

 

—————

2. Palandt-Heinrichs, BGB, § 90 Rn.1; § 90a Rn.1

Möchte man dagegen die Stelle mit mehreren Zitaten belegen, oder einen eigenen Kommentar abgeben, so benutzt man footnote

Eine Sache ist gem §§ 90,90a BGB jeder körperlicher Gegenstand. Tiere sind keine Sachen, werden aber juristisch wie solche behandelt\footnote{\cite[Heinrichs][§ 90 Rn. 1; § 90a Rn.1 ]{palandt68}; \cite[Medicus][§ 90 Rn.1]{mueko:hk}}

Wichtig ist sich hier nicht bei den Klammern zu verhaspeln. Es gilt die Faustregel, was einmal geöffnet wurde, muss auch geschlossen werden.

In footnote kann auch normaler Text rein, während footcite ein Zitat aus der Literaturdatenbank (literatur.bib) erwartet und daher zu einem Fehler beim Kompilieren führen könnte. Tritt ein solcher Fehler auf, zeigt ein Debugger unten was schiefgegangen ist und was korrigert werden muss. Wenn man auf die richtige Syntax achtet passiert das nicht. Ärgerlich wird’s wenn man den Fehler scheinbar gefunden hat, aber der scheint es nicht gewesen zu sein. Dann gilt es weiter zu suchen, was manchmal einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Der Debugger ist nicht immer eine große Hilfe, weil die Fehlermeldungen kryptisch und die Zeilenverweise falsch sind.

Noch ein Tipp: Die hier verwendete Vorlage verwendet für das Einfügen der Paragraphenzeichen zwei eigene Befehle:

\pg für §

und

\Pg für §§ 

Das ist ziemlich praktisch, weil die Befehle ein geschütztes Leerzeichen zwischen § und dem nachfolgenden Wort erzeugen und man nicht darauf achten muss, dass da überall ein Leerzeichen eingefügt wird und nicht befürchten muss eins vergessen zu haben.

Zum Kompilieren muss man folgendes machen:

  1. Sicherstellen, dass die pdf Datei für die Hausarbeit nicht geöffnet ist. Sonst gibt’s eine Fehlermeldung
  2. Einmal F6 auf der Tastatur drücken. Der Befehl kompiliert die Literaturdatenbank aus literatur.bib und schreibt das in eine temporäre Hilfsdatei
  3. Zweimal hintereinander F7 drücken. Dies erzeugt die PDF Datei, die anschließend geöffnet, gelesen oder gedruckt werden kann. Das Zweimalige Kompilieren erstellt das Literaturverzeichnis und die Gliederung

Wenn keine Änderungen an der literatur.bib getätigt wurden. Reicht ein doppeltes F7. Wenn keine Literatur erstmalig zitiert oder Änderungen an der Gliederung (\toc, \sub) gemacht wurden, reicht auch ein einmaliges F7 aus.

Das ist im Wesentlichen alles. Hier noch ein paar Tipps, die ich bei der Hausarbeit mir erarbeitet bzw. ergoogelt habe:

  1. Wenn man Einführungszeichen einfügen möchte („text“), dann müssen folgende Befehle verwendet werden: \glqq{text}\grqq
  2. Um ein geschütztes Leerzeichen hinzuzufügen muss eine Tilde (~) verwendet werden. Zum Beispiel bei den Einführungszeichen damit nach „text“ das nächste Wort nicht an dem Vorwort klebt. 
  3. Es hat sich bei mir erwiesen, dass die Gliederung erst während der Arbeit erstellt werden soll, weil es sonst sehr viel Arbeit ist, die Blöcke zu verschieben und die subs und tocs in Einklang zu bringen.
  4. Man kann die Arbeit erst komplett in Word schreiben, um die Rechtschreibkorrektur davon zu nutzen. Die ist zwar auch in LED möglich, aber die ist sehr schlecht und unzuverlässig. Wenn aber ein Dudenkorrektor im Einsatz ist, dann erübrigt sich das Problem – er arbeitet Programmübergreifend.
  5. Kommentare im TEX- Quelltex (mit %) helfen bei der Orientierung und dem Gedankengang. Dort kann man auch ohne Umstände ein Brainstorming betreiben, welches später im Text verarbeitet werden kann

Im nächsten Teil werde ich meine persönliche Einschätzung zu latex für juristische Arbeiten abgeben.

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil II – Wie fange ich an)

LaTeX ist keine Software aus einem Guß, wie sie zB Word oder OpenOffice ist. Vielmehr muss man seine Arbeitsumgebung quasi selbst zusammenstellen. Im Wesentlichen benötigt man folgende Teile:

  1. Ein Editor
  2. Eine LaTeX Distribution
  3. Zusätzliche Pakete
  4. Eine Vorlage

1. Der Editor

Der erste wichtiger Schritt ist die Wahl des Editors, also der Programmumgebung in der die ganze Arbeit verrichtet wird. Wo man seinen Inhalt eintippt, kompiliert, verwaltet usw. In Prinzip wäre es möglich auch mit dem Windows Eigenem Editor Notepad zu arbeiten. Allerdings ist dieser Editor nicht sonderlich bequem, hat sogut wie keine Funktionen und auch keine Anbindung an Latex. Nach meiner Recherche  habe ich mich für den latex editor (lED) entschieden.

latex editor Ansicht
latex editor Ansicht

Das Programm ist kostenlos, hat eine angenehme und verständliche Oberfläche ist schnell und recht stabil. Es hat einige interessante Gimmiks wie eine interne Zwischenablage, wo man 10 Schnipsel abspeichern kann und jederzeit auf jeder beliebigen Stelle im Text durch Anklicken einfügen. Zudem kann man bis zu 10 Lesezeichen einstellen und bei Bedarf darauf springen, ohne lange im Text zu scrollen und zu suchen. So kann man den Bearbeitungsstatus eines Arbeitstages markieren und am nächsten Tag ab da weiter arbeiten. Weiterer Vorteil ist das simple Projektmanagement: so kann man in einem Fenster sowohl den Text als auch die Literatur verwalten, was ganz bequem und übersichtlich ist.

Was an dem Programm nicht gefällt ist das manchmal sehr eigensinnige Verhalten der Programmoberfläche. So kann man zwar die Zeilennummernanzeige einstellen, aber diese wird dennoch nicht angezeigt, was beim Debuggen sehr stört. Die Lesezeichen – einmal gesetzt – lassen sich nicht mehr entfernen, sodass man beim Erreichen der 10 Lesezeichen gezwungen ist eine andere Datei anzulegen, um da neue Lesezeichen zu setzen. Der Scrollbalken ändert seine Ansicht (unter Vista) sobald man mit der Maus drüberfährt und verhält sich ebenfalls ziemlich eigensinnig.

Alles in allem ist der Editor akzeptabel. Alternativen wären:

  1. TeXnicCenterHabe den Editor mal installiert aber nicht eingestellt, sodass ich nur von der Oberfläche her urteilen kann, die mir allerdings ganz gut gefiel
  2. Weitere Entwicklungsumgebungen auch mit verschiedenen Plattformen wie Linux, Mac oder Win

2. Latex Distribution

Wichtiger noch als der Editor ist die Latex Distribution. Diese wird als Kommandozeilesoftware in das Betriebssystem installiert und von dem Editor zum Komplieren angewiesen. Das Ergebnis der Arbeit von Latex ist in der Regel eine PS oder PDF Datei, die dann abgespeichert und ausgedruckt werden kann. Der Vorteil dieser Formate ist die Tatsache, dass sie ihr Aussehen nicht ändern, wie es bei Word und co. der Fall ist, wenn man die Datei an einem anderen Rechner öffnet/ausdruckt. Die PostScript oder PDF Datei enthält alle Informationen, die plattformunabhängig überall gleich dargestellt werden.

Ich habe mich für die MikTeX Distribution entschieden. Ausschlaggebend war dafür die Wahl des Editors, der die Distribution ausdrücklich unterstützt. Die Installation erfolgt in mehreren Schritten. Man lädt einen Net- oder Basic-Installer runter der ca.3 bzw. 90 mb respektive schwer ist und muss beim Installieren nach Bedarf weitere Softwareteile aus dem Internet nachladen. Insgesam belegt die MikTex Installation bei mir 260mb, was für ein Kommandozeilenwerkzeug nicht gerade wenig ist, aber der Großteil sind darin die Makropakete und Schriftdateien. Die Software arbeitet trotz Größe dennoch sehr zügig, subjektiv viel schneller als Word und Co und läuft auch auf sehr betagten Rechnern. Die Installation der Distribution liegt schon ein Weilchen zurück, sodass ich jetzt nicht sagen kann, was bei der Installation zu beachten gäbe, aber das Procedere ist ziemlich selbsterklärend und man kann in Prinzip einfach nur auf next klicken und warten, bis alles heruntergeladen und installiert ist.

3. Zusätzliche Pakete

MikTeX bring mit sich ein Paketverwaltungsprogramm, welches ähnlich wie in Linux ermöglicht Pakete nachinstallieren und zu entfernen ohne diese im Internet selbst suchen und mühsam installieren zu müssen.

Nachinstallieren musste ich folgende Pakete:

  1. geometry
  2. german
  3. helvetic
  4. jura
  5. koma-script
  6. jurabib

Was man nachinstallieren muss, ergibt sich aus den Fehlermeldungen, die in dem Editor beim Versuch des Kompilierens angezeigt werden

4. Vorlage

Schließlich benötigt man eine Vorlage, mit der man seine Hausarbeit gestalten möchte. Auf den Seiten von Peter Schuster findet sich ein paar Vorlagen, die man für seine Hausarbeit frei verwenden kann. Ich habe für meine Arbeit diese Vorlage ausgesucht, die ich nach meinem Bedarf umgestaltete.

Die weitere Vorgehensweise wird dann im nächsten Teil erläutert. Im Schlussteil werde ich meine Erfahrungen mit latex zusammenfassen und eine Stellungnahme zum Thema abgeben.