Juristische Hausarbeit mit LaTeX Teil V – Fazit

In dem fünfteilgen Kurzkompendium Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Fazit) habe ich versucht eine kurze Anleitung zu geben, wie man seine Hausarbeit auch ohne MS Word schreiben könnte. Dort habe ich die Funktionsweise von LaTeX erklärt und ein  paar Hilfmittel angezeigt, mit denen sich das Schreiben leichter gestaltet.

 

Nun zu meiner Einschätzung. Ich habe es geschafft. Ich schaffte es die Hausarbeit innerhalb der Frist zu bearbeiten, ohne nächtelang mit dem Programmieren zu verbringen. Im Gegenteil, meine Kenntnisse zu Latex erschöpfen sich in den allernötigsten Grundlagen, die man braucht, um eine anständige Hausarbeit hinzukriegen.

 

Ich würde mich als einen Latex Anfänger bezeichnen und ich verspüre auch keinen Wunsch mehr als dies zu lernen. Damit will ich sagen, dass das Erlernen von latex wirklich kein rocket science ist. Es vielmehr eine ziemlich logische Auszeichnungssprache, html nicht unähnlich, die jedoch eine Schnittstelle für viele Hilfs-pakete und Programme bereithält um die tägliche Arbeit zu erleichtern.

 

Im täglichen Einsatz ist latex robust und verlässlich. Jedoch nur solange man aufpasst, dass alle Klammern geschlossen sind, die Literatur richtig formatiert ist und man nicht versehentlich die Syntax von latex mit dem Fließtext vermengt, sodass das Programm beim Kompilieren einem lauter Fehlermeldungen auf den Kopf wird. Dann wird’s unschön. Es heißt dann suchen, suchen, suchen – was könnte man falsch gemacht haben. Das ist wohl der Nachteil von latex. Diese Zeit könnte man mit einer sinnvollen Recherche verbringen, aber es geht nicht weiter, ohne das man den Fehler korrigiert. Der integrierte Debugger hilft da einem auch nicht weiter, weil es oft auf falsche Zeile verweist oder nur kryptische Fehlermeldungen von sich gibt.

 

Nichts desto trotz wird man am Ende mit einer schönen, typografisch beinahe vollkommenen Arbeit beglückt und hat nicht kurz vor dem Abgabetermin die Kopfschmerzen, ob man nicht irgendwo vergessen hat eine Literaturangabe in das Literaturverzeichnis einzutragen und ob alle Fußnoten das gleiche Format haben. Ganz zu schweigen von der Zeitersparnis, die man bei der Eingabe derselben gewinnt.

 

Alles in allem würde ich sagen, das Ergebnis ist es wert etwas Zeit in die Einarbeitung in LaTeX zu investieren. Viele Fakultäten bieten bereits Kurse in LaTeX an und erklären die Funktionsweise und den praktischen Einsatz. Wer wirklich den Inhalt vom Aussehen trenne möchte und sich nur auf den ersten konzentrieren möchte, statt mit den umfangreichen Formateinstellungen von Word zu spielen wird Gefallen an LaTeX finden, wie ich ihn gefunden habe.

 

P.S.: LaTeX spricht man nicht wie das bekannte gummihafte Textilprodukt aus, sondern [ˈlaːtɛχ]  (latech)   

Juristische Hausarbeit mit LaTeX – Teil IV (Literatur und Fußnoten)

Nun, nachdem wir die Grundlagen kennen gelernt haben und die Vorlage für unsere Hausarbeit halbwegs verstanden haben, widmen wir uns dem Handwerkzeug jeder wissenschaftlicher Arbeit zu: den Quellen.

Eine Hausarbeit unterscheidet sich neben dem Umfang nur durch die ausgiebigen Nachweise von einer normalen Fallbearbeitung. Diese können auf eine sehr bequeme und angenehme Weise mit LaTeX verwaltet werden.

Dafür wird das Paket jurabib benötigt. In der Vorlage vom III Teil ist dieses bereits verlinkt und wenn die ersten Teile dieses Kurzkompendiums bereits gelesen und umgesetzt wurden, müsste das Paket bereits installiert sein. Wenn nicht ist es ein leichtes es nachzuholen. Dazu rufen

Sie aus der MikTeX Installation den Package Manager auf:

 

Installation von jurabib mit miktex

Suchen Sie nach „jurabib“ im Suchfeld name. Das Package wird heruntergeladen und installiert. Durch Rechtsklick können Sie es ebensogut später entfernen.

 

Ist das Paket einmal installiert benötigen Sie eine jurabib Vorlage. Diese können Sie auf der Webseite von Peter Schuster herunterladen oder eine von mir für meine Bedürfnisse angepasste Version hier herunterladen. Die Vorlage von mir enthält einige gängige Kommentarwerke für das Zivilrecht, Fachperiodika, eine Festschrift und einige Lehrbücher, sodass eine Großzahl der möglichen juristischen Textquellen abgedeckt ist.

Der Aufbau des Eintrags richtet sich nach der Dokumentation von juraib. Es ist übrigens ratsam sich die Doku in einem Unterordner abzuspeichern, in dem Sie die Hausarbeit abspeichern, weil man dort oft was nachlesen will.

Die Literatur Datei (Endung bib) speichert man in dem gleichen Ordner wie die tex Datei (wichtig!) ab. In der Vorlage muss der Name (Dateiname ohne *.bib Endung) und das Paket der Literaturverwaltung angegeben werden:

\bibliography{literatur}
\bibliographystyle{jurabib}

Werfen wir einen Blick auf einen Kommentareintrag aus jurabib:

@COMMENTED{palandt68,
  editor = {Otto Palandt},
  editortype = {Begr.},
  title = {Bürgerliches Gesetzbuch mit
 Einführungsgesetz -- Kommentar},
  edition = {68},
  year = {2009},
  publisher = CHB,
  address = CHB:addr,
	howcited = {Palandt-Bearbeiter},
  shorttitle = {BGB},
  ssedition = {0},
  language = {german}
}

Zunächst wird mit einem

@commented{}

der neue Literatureintrag von der Gattung Kommentar eingefügt. In den geschweiften Klammern folgt zunächst die eigene Kurzbezeichnung. An diese sind keine besonderen Vorgaben geknüpft: soll heißen, ich hätte anstatt palandt68 auch bloß palandt, palli, großes_schlechtlesbares_ding usw schreiben können, aber ich wählte diese Bezeichnung, weil ich in meiner Hausarbeit mit zwei unterschiedlichen Ausgaben von Palandt arbeiten musste und daher einmal palandt68 und einmal palandt62 definiert habe.

editor, editortype, title, edition, year

sind selbsterklärend.

publisher

Ist der Verlag. In diesem Fall war das C.H. Beck. Um nicht immer gleiches schreiben zu müssen, kann man eine Variable mit dem Inhalt des Verlagsnamen und der Verlagsadresse anlegen und diese immer wieder verwenden. Die Defintionen sehen so aus:

@STRING{CHB = {Verlag C. H. Beck}}

@STRING{CHB:addr = {M{\"u}nchen}}

 

übrigens spielt es keine Rolle, ob sie die Umlaute maskieren (mit {\“u}, um ein ü zu erzeugen) oder es direkt schreiben. Voraussetzung ist aber, dass ein deutsches Sprachpaket installiert und verwendet wird. Das ist in der hier verwendeten Vorlage der Fall.

howcited

Ermöglicht eine Angabe im Literaturverzeichnis, die sowas wie

Zitiert: Palandt-Bearbeiter

enthält.

shorttitle

ist die Kurzbezeichnung des Werkes für die Ausgabe in den Fußnoten

ssedition

gibt die Möglichkeit die Auflage als eine hochgestellte Zahl in den Fußnoten auszugeben. Das ist aber in juristischen hausarbeiten nicht üblich, daher sollte das auf 0 stehen oder gar nicht erscheinen. Das ist es im wesentlichen.

Nun zu den Fußnoten. Jurabib unterscheidet zwei Arten davon:

\footcite{}

\footnote{\cite}

Footcite wird für eine einzelne Literaturangabe verwendet. Will man also zum Beispiel eine Begriffsdefinition durch ein Kommentarzitat belegen, so schreibt man folgendes:

Eine Sache ist gem §§90,90a BGB jeder körperlicher Gegenstand. Tiere sind keine Sachen, werden aber juristisch wie solche behandelt\footcite[Heinrichs][§90 Rn. 1; §90a Rn.1 ]{palandt68}

ergibt folgendes:

Eine Sache ist gem §§90,90a BGB jeder körperlicher Gegenstand. Tiere sind keine Sachen, werden aber juristisch wie solche behandelt²

 

—————

2. Palandt-Heinrichs, BGB, §90 Rn.1; §90a Rn.1

Möchte man dagegen die Stelle mit mehreren Zitaten belegen, oder einen eigenen Kommentar abgeben, so benutzt man footnote

Eine Sache ist gem §§90,90a BGB jeder körperlicher Gegenstand. Tiere sind keine Sachen, werden aber juristisch wie solche behandelt\footnote{\cite[Heinrichs][§90 Rn. 1; §90a Rn.1 ]{palandt68}; \cite[Medicus][§90 Rn.1]{mueko:hk}}

Wichtig ist sich hier nicht bei den Klammern zu verhaspeln. Es gilt die Faustregel, was einmal geöffnet wurde, muss auch geschlossen werden.

In footnote kann auch normaler Text rein, während footcite ein Zitat aus der Literaturdatenbank (literatur.bib) erwartet und daher zu einem Fehler beim Kompilieren führen könnte. Tritt ein solcher Fehler auf, zeigt ein Debugger unten was schiefgegangen ist und was korrigert werden muss. Wenn man auf die richtige Syntax achtet passiert das nicht. Ärgerlich wird’s wenn man den Fehler scheinbar gefunden hat, aber der scheint es nicht gewesen zu sein. Dann gilt es weiter zu suchen, was manchmal einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Der Debugger ist nicht immer eine große Hilfe, weil die Fehlermeldungen kryptisch und die Zeilenverweise falsch sind.

Noch ein Tipp: Die hier verwendete Vorlage verwendet für das Einfügen der Paragraphenzeichen zwei eigene Befehle:

\pg für §

und

\Pg für §§ 

Das ist ziemlich praktisch, weil die Befehle ein geschütztes Leerzeichen zwischen § und dem nachfolgenden Wort erzeugen und man nicht darauf achten muss, dass da überall ein Leerzeichen eingefügt wird und nicht befürchten muss eins vergessen zu haben.

Zum Kompilieren muss man folgendes machen:

  1. Sicherstellen, dass die pdf Datei für die Hausarbeit nicht geöffnet ist. Sonst gibt’s eine Fehlermeldung
  2. Einmal F6 auf der Tastatur drücken. Der Befehl kompiliert die Literaturdatenbank aus literatur.bib und schreibt das in eine temporäre Hilfsdatei
  3. Zweimal hintereinander F7 drücken. Dies erzeugt die PDF Datei, die anschließend geöffnet, gelesen oder gedruckt werden kann. Das Zweimalige Kompilieren erstellt das Literaturverzeichnis und die Gliederung

Wenn keine Änderungen an der literatur.bib getätigt wurden. Reicht ein doppeltes F7. Wenn keine Literatur erstmalig zitiert oder Änderungen an der Gliederung (\toc, \sub) gemacht wurden, reicht auch ein einmaliges F7 aus.

Das ist im Wesentlichen alles. Hier noch ein paar Tipps, die ich bei der Hausarbeit mir erarbeitet bzw. ergoogelt habe:

  1. Wenn man Einführungszeichen einfügen möchte („text“), dann müssen folgende Befehle verwendet werden: \glqq{text}\grqq
  2. Um ein geschütztes Leerzeichen hinzuzufügen muss eine Tilde (~) verwendet werden. Zum Beispiel bei den Einführungszeichen damit nach „text“ das nächste Wort nicht an dem Vorwort klebt. 
  3. Es hat sich bei mir erwiesen, dass die Gliederung erst während der Arbeit erstellt werden soll, weil es sonst sehr viel Arbeit ist, die Blöcke zu verschieben und die subs und tocs in Einklang zu bringen.
  4. Man kann die Arbeit erst komplett in Word schreiben, um die Rechtschreibkorrektur davon zu nutzen. Die ist zwar auch in LED möglich, aber die ist sehr schlecht und unzuverlässig. Wenn aber ein Dudenkorrektor im Einsatz ist, dann erübrigt sich das Problem – er arbeitet Programmübergreifend.
  5. Kommentare im TEX- Quelltex (mit %) helfen bei der Orientierung und dem Gedankengang. Dort kann man auch ohne Umstände ein Brainstorming betreiben, welches später im Text verarbeitet werden kann

Im nächsten Teil werde ich meine persönliche Einschätzung zu latex für juristische Arbeiten abgeben.

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (Teil II – Wie fange ich an)

LaTeX ist keine Software aus einem Guß, wie sie zB Word oder OpenOffice ist. Vielmehr muss man seine Arbeitsumgebung quasi selbst zusammenstellen. Im Wesentlichen benötigt man folgende Teile:

  1. Ein Editor
  2. Eine LaTeX Distribution
  3. Zusätzliche Pakete
  4. Eine Vorlage

1. Der Editor

Der erste wichtiger Schritt ist die Wahl des Editors, also der Programmumgebung in der die ganze Arbeit verrichtet wird. Wo man seinen Inhalt eintippt, kompiliert, verwaltet usw. In Prinzip wäre es möglich auch mit dem Windows Eigenem Editor Notepad zu arbeiten. Allerdings ist dieser Editor nicht sonderlich bequem, hat sogut wie keine Funktionen und auch keine Anbindung an Latex. Nach meiner Recherche  habe ich mich für den latex editor (lED) entschieden.

latex editor Ansicht
latex editor Ansicht

Das Programm ist kostenlos, hat eine angenehme und verständliche Oberfläche ist schnell und recht stabil. Es hat einige interessante Gimmiks wie eine interne Zwischenablage, wo man 10 Schnipsel abspeichern kann und jederzeit auf jeder beliebigen Stelle im Text durch Anklicken einfügen. Zudem kann man bis zu 10 Lesezeichen einstellen und bei Bedarf darauf springen, ohne lange im Text zu scrollen und zu suchen. So kann man den Bearbeitungsstatus eines Arbeitstages markieren und am nächsten Tag ab da weiter arbeiten. Weiterer Vorteil ist das simple Projektmanagement: so kann man in einem Fenster sowohl den Text als auch die Literatur verwalten, was ganz bequem und übersichtlich ist.

Was an dem Programm nicht gefällt ist das manchmal sehr eigensinnige Verhalten der Programmoberfläche. So kann man zwar die Zeilennummernanzeige einstellen, aber diese wird dennoch nicht angezeigt, was beim Debuggen sehr stört. Die Lesezeichen – einmal gesetzt – lassen sich nicht mehr entfernen, sodass man beim Erreichen der 10 Lesezeichen gezwungen ist eine andere Datei anzulegen, um da neue Lesezeichen zu setzen. Der Scrollbalken ändert seine Ansicht (unter Vista) sobald man mit der Maus drüberfährt und verhält sich ebenfalls ziemlich eigensinnig.

Alles in allem ist der Editor akzeptabel. Alternativen wären:

  1. TeXnicCenterHabe den Editor mal installiert aber nicht eingestellt, sodass ich nur von der Oberfläche her urteilen kann, die mir allerdings ganz gut gefiel
  2. Weitere Entwicklungsumgebungen auch mit verschiedenen Plattformen wie Linux, Mac oder Win

2. Latex Distribution

Wichtiger noch als der Editor ist die Latex Distribution. Diese wird als Kommandozeilesoftware in das Betriebssystem installiert und von dem Editor zum Komplieren angewiesen. Das Ergebnis der Arbeit von Latex ist in der Regel eine PS oder PDF Datei, die dann abgespeichert und ausgedruckt werden kann. Der Vorteil dieser Formate ist die Tatsache, dass sie ihr Aussehen nicht ändern, wie es bei Word und co. der Fall ist, wenn man die Datei an einem anderen Rechner öffnet/ausdruckt. Die PostScript oder PDF Datei enthält alle Informationen, die plattformunabhängig überall gleich dargestellt werden.

Ich habe mich für die MikTeX Distribution entschieden. Ausschlaggebend war dafür die Wahl des Editors, der die Distribution ausdrücklich unterstützt. Die Installation erfolgt in mehreren Schritten. Man lädt einen Net- oder Basic-Installer runter der ca.3 bzw. 90 mb respektive schwer ist und muss beim Installieren nach Bedarf weitere Softwareteile aus dem Internet nachladen. Insgesam belegt die MikTex Installation bei mir 260mb, was für ein Kommandozeilenwerkzeug nicht gerade wenig ist, aber der Großteil sind darin die Makropakete und Schriftdateien. Die Software arbeitet trotz Größe dennoch sehr zügig, subjektiv viel schneller als Word und Co und läuft auch auf sehr betagten Rechnern. Die Installation der Distribution liegt schon ein Weilchen zurück, sodass ich jetzt nicht sagen kann, was bei der Installation zu beachten gäbe, aber das Procedere ist ziemlich selbsterklärend und man kann in Prinzip einfach nur auf next klicken und warten, bis alles heruntergeladen und installiert ist.

3. Zusätzliche Pakete

MikTeX bring mit sich ein Paketverwaltungsprogramm, welches ähnlich wie in Linux ermöglicht Pakete nachinstallieren und zu entfernen ohne diese im Internet selbst suchen und mühsam installieren zu müssen.

Nachinstallieren musste ich folgende Pakete:

  1. geometry
  2. german
  3. helvetic
  4. jura
  5. koma-script
  6. jurabib

Was man nachinstallieren muss, ergibt sich aus den Fehlermeldungen, die in dem Editor beim Versuch des Kompilierens angezeigt werden

4. Vorlage

Schließlich benötigt man eine Vorlage, mit der man seine Hausarbeit gestalten möchte. Auf den Seiten von Peter Schuster findet sich ein paar Vorlagen, die man für seine Hausarbeit frei verwenden kann. Ich habe für meine Arbeit diese Vorlage ausgesucht, die ich nach meinem Bedarf umgestaltete.

Die weitere Vorgehensweise wird dann im nächsten Teil erläutert. Im Schlussteil werde ich meine Erfahrungen mit latex zusammenfassen und eine Stellungnahme zum Thema abgeben.

Juristische Hausarbeit mit LaTeX (und ganz ohne MS Word)

Nachdem ich eher frustrierende Erfahrungen mit der Kombination wissenschaftliches Arbeiten und Microsoft Word bei meiner ersten Hausarbeit sammeln durfte, habe ich mich entschieden meine zweite Hausarbeit mit den Mitteln  des freien Textsatzprogramms LaTeX zu schreiben.

Nachfolgend werde ich in mehreren Beiträgen schildern, wie ich vorgegangen bin und was daraus geworden ist. Zunächst ein paar Worte zu LaTeX.

Über LaTeX bin ich gestolpert als ich meine erste Hausarbeit vor 1,5 Jahren geschrieben habe und an MS Word alle Zähne ausgebissen habe. Das war echt schlimm. Die Formatierung folgte einer ganz eigensinnigen Logik, die wohl jemanden aus Redmond in einem schlechten Traum eingefallen war und er sie in dem Programm umsetzte. Jedefalls machte die Software nicht das was ich wollte, sondern das was sie für nötig hielt. So eine Fremdbestimmung seitens eines Computers kann ich nicht ertragen. Schon gar nicht, wenn der Abgabetermin immer näher rückt, aber das Inhaltsverzeichnis immernoch so aussieht, als ob der Bearbeiter über Durst getrunken hätte.

Nunja, meine Recherche führte mich zu LaTeX über die Webseite von Peter Felix Schuster. Mich faszinierten vor allem die Unterlagen, die er für seine Zivilrecht AG erstellt hatte. Diese sehen einfach umwerfend schön aus. Die Typografie ist abgestimmt. Die Zeilen- und Zeichenabstände erleichtern das Lesen. Und alles sieht wie aus einem Guss gefertigt – einfach toll. Da habe ich mich entschieden das bei nächster Gelegenheit auszuprobieren. Die Hausarbeit war abgabereif und das ganze kurz vor Schluss umzustellen hatte ich keinen Nerv mehr. Stattdessen recherchierte ich kurz weiter und erfuhr, was es mit LaTeX auf sich hatte.

TeX war ein Programm, welches in den 80er Jahren in den USA für den Textsatz entwickelt wurde. Anders als andere Textsatzprogramme konnte TeX mit speziellen Programmbausteinen (Makros) umgehen und so für jede erdenkliche Textart nach Belieben angepasst werden. LaTeX (ausgesprochen La te:ch) ist ein Paket aus mehreren Hundert Makros, die für viele Standardeinsatzgebiete eine passende Darstellung der Textstücke ermöglicht. So ist LaTeX bei Naturwissenschaftlern für die richtige Darstellung mathematischer Formeln sehr beliebt.

Die große Flexibilität der Software macht es aber ebenfalls möglich nicht-technische Texte richtig zu setzen. So eignet sich das Programm auch für die Erstellung juristischer Texte. Genau das habe ich ausprobiert und werde demnächst berichten, was daraus geworden ist. Geplant ist folgende Gliederung:

  1. Vorgeschichte / Was ist LaTeX
  2. Wie fange ich an, was muss ich wissen?
  3. Wie erstelle ich eine Gliederung, ein Literaturverzeichnis, Fußnoten?
  4. Fazit und eigene Meinung

Empfohlene Links:

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/TeX
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX
  3. http://www.peterfelixschuster.de/tex.htm
  4. http://www.jurawiki.de/LaTeX
  5. http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/de-tex-faq.html