Buchempfehlung: Erstes Juristisches Staatsexamen

Die juristische Ausbildung wird vielfach wegen ihrer Praxisferne und der unnötigen „Stofffülle“ kritisiert. Bei den zahlreichen Reformdiskussionen lässt sich eins feststellen: „das Examen belohnt das Auswendiglernen“ und hat nur wenig mit freiem Denken zu tun. Indes war das wohl schon zu Zeiten Goethes und Kafkas so.

Zu Beginn des Studiums ahnt man als Erstie oft noch gar nicht, worauf man sich da einlässt. Ein erstes mulmiges Gefühl bekommt man aber, wenn man sich zu Beginn des ersten Semesters in die Uni-Bib wagt und sich die mit Büchern und Zeitschriften vollgestellten Arbeitstische der dort Lernenden anschaut. Wenn dann der Prof in der ersten Vorlesung 25 Minuten die Literaturliste vorstellt, wird einem klar, dass dieses Studium SEHR VIEL WISSEN voraussetzt, wenn man es erfolgreich abschließen möchte.

Das Problem dabei ist meines Erachtens aber nicht die Menge, sondern der fehlende Überblick zu Beginn des Studiums. Es ist so, als ob man unvorbereitet den Everest besteigen würde. Man steht zu Fuße des Bergs und hat keinerlei Vorstellung, wie weit es dort nach oben geht.

Zur Verschaffung des notwendigen Überblicks reichen aber weder die vom Prof empfohlenen Klassiker noch die beliebten Skripte, weil sie das Wissen nur sehr fragmentiert darstellen.

Es gibt aber einige wenige Werke, die sich zum Ziel gesetzt haben, einen Komplettüberblick über den Prüfungsstoff zu vermitteln. Eines dieser Bücher hat Herwig Schöffler in mühevoller Arbeit geschrieben und inzwischen in der zweiten Auflage veröffentlicht (Erstes Juristisches Staatsexamen. Der Prüfungsstoff in einem Werk nach den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen. Herwig Schöffler, 2. Auflage, 2019, 1081 Seiten, 54,90 €)

Herwig Schöffler - Erster Juristisches Staatsexamen
Erstes Juristisches Staatsexamen, 2.A. 2019

Das Konzept dieses Mammutprojekts ist es, durch gezielte Analyse der Prüfungsordnungen das notwendige Minimum an juristischen Examenswissen zu ermitteln und in einer einfachen Sprache in einem einzelnen Werk zusammenzufassen.

Die Inhalte

Neben dem gesamten Examensstoff beinhaltet das über 1.000 Seiten starke Buch auf knapp 200 Seiten die wichtigsten Definitionen, Aufbauschemata, typische Examensprobleme, höchstrichterliche Rechtsprechung, Auslegungsmethodik, Rechtsgrundsätze und Klausurhinweise. Diesen Teil fand ich für mich besonders interessant. Neben den obligatorischen Prüfungsschemata, die man eh auswendig lernen soll, enthält es auch weniger zugängliche Informationen, wie zum Beispiel einen Überblick über sämtliche Anspruchsgrundlagen des Zivilrechts, die zudem nach Anspruchsarten gegliedert sind. Wer das beherrscht und weiß, was hinter dem jeweiligen Anspruch steckt, wird definitiv jede Klausur bestehen.

Wer das Grundstudium hinter sich hat, findet in dem Buch auch eine Übersicht aller Klausurenfälle aus den Fachzeitschriften Jus und Jura aus den Jahren 2013 bis 2017. Mit dieser Übersicht und etwas Kopierzeit in der Bib (oder auch Recherche in Beck-online) kann man sich die teuren Klausurenbücher sparen.

Der „Stoffteil“ behandelt nach einer kurzen Einführung in das Rechtssystem und Juristische Arbeitsmethodik das komplette bürgerliche Recht (BGB AT, Schuldrecht, Deliktsrecht, Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Produkthaftung, Straßenverkehrsrecht, Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Zivilprozessrecht), Strafrecht und Strafprozessrecht, Staatsorganisationsrecht, Verfassungsrecht, Allg. und besonderes Verwaltungsrecht nebst Verwaltungsprozessrecht, Staatshaftungsrecht, Europarecht sowie Völkerrecht.

Den Schwerpunkt bilden erwartungsgemäß das bürgerliche und das Strafrecht, wobei das letzte nach meinem Geschmack ein wenig zu ausführlich geraten ist. Aber auch die anderen Rechtsgebiete sind ausreichend ausführlich, um sich die wesentlichen Strukturen in Erinnerung zu rufen und zu vergegenwärtigen.

Jede Kapitelüberschrift zeigt durch abgedruckte Sternchen ihre Relevanz im Examen an. So lässt sich kurz vor der Klausur oder vor dem Examen zeitökonomisch wiederholen, was wirklich wichtig ist.

Die Sprache ist prägnant und sehr reduziert. Das ist sehr hilfreich, wenn man ein Thema auf den Punkt gebracht nachlesen möchte, ohne sich in den philosophischen Ausführungen der großen Lehrbücher zu verlieren. In dem Vorwort zur zweiten Auflage steht, dass der Verfasser den Satzbau und die Rechtschreibung im Vergleich zur ersten Auflage korrigiert habe. Tatsächlich habe ich nicht über unverständliche oder schlecht formulierte Sätze stolpern müssen.

Die Optik

Nicht sehr gelungen fand ich die Aufmachung und die Typografie des Buches. Zwar sind juristische Fachbücher selten schön anzuschauen, hier hätte man den sehr guten Inhalt mit einer ansprechenderen Optik bedeutend aufwerten können, um die Arbeit mit dem Werk zu erleichtern. Glücklicherweise verzichtet der Autor auf ausführliche Fußnotentexte, die den Lesefluss behindern. Allerdings fand ich schade, dass der Inhalt nicht durch erklärende Übersichten oder Schaubilder verständlich und leichter einprägsam gemacht wird. Auch hätten breitere Seitenränder (mit der Möglichkeit, sich Notizen zu machen) und eine schönere Schriftart das Werk bereichert.

Was das Buch kann

Das Werk von Herrn Schöffler kann helfen, dem Leser einen großen zusammenhängenden Überblick über die Rechtsordnung zu verschaffen. Es stellt die wesentlichen Strukturen und Rechtsinstitute anschaulich und prägnant zusammen. Praktisch und sehr nützlich sind auch die Übersichten und Prüfungsschemata im hinteren Buchteil.

Übrigens – gegen Vorlage des Kaufnachweises liefert der Autor noch kostenlose Audiodefinitionen nach, die über seine Homepage unter juristischesstaatsexamen.de abgerufen werden können. So kann man beispielsweise während der Bahnfahrt die Definitionen der Mordmerkmale wiederholen :).

Was das Buch nicht kann

Auch dieses wunderbare Werk ist leider kein Ersatz für ein vollwertiges Präsenzstudium und wird auch nicht die klassischen Lehrbücher ersetzen. Die Arbeit mit dem Buch setzt voraus, dass man die dort behandelten Themen schon einmal in der Vorlesung gehört oder gelesen hat. Daher kann ich nicht empfehlen, dieses oder ähnliche Werke versuchen, schon im ersten Semester durchzuarbeiten. Das hat damit zu tun, dass der Inhalt doch sehr komprimiert und auf das Wesentliche reduziert ist. Es ist schwer, sich auf diese Weise ein Rechtsgebiet selbständig zu erschließen. Ich würde die Anschaffung eines solchen „Überblick-Machers“ ab dem dritten Semester jedoch dringend empfehlen.

Alternativen

Richtige Alternativen hierzu (gesamtes Wissen in einem Werk) konnte ich nicht finden. Interessant finde ich aber folgende Werke:

Examensrepetitorium Zivilrecht: Examensklassiker anhand originalgetreuer Klausuren (C.H. Beck, 44,90 €)


Die Examensklausur: Originalfälle, Lösungen, Hinweise (Academia Iuris – Examenstraining)
Examensrepetitorium Zivilrecht: Examensklassiker anhand originalgetreuer Klausuren (Vahlen, 27,90 €)

Das gesamte examensrelevante Zivilrecht: Für Studenten und Rechtsreferendare: Fur Studenten Und Rechtsreferendare (Springer-Lehrbuch) (Springer, 64,99 €)

Bildnachweis: Photo by Susan Yin on Unsplash

10 Merksätze zum Befristungsrecht

Das Befristungsrecht ist leider kompliziert. Hier folgen 10 essentielle Merksätze, die dir das Verständnis des Befristungsrechts erleichtern werden.

  1. Kein Einsatz ohne schriftlichen Arbeitsvertrages
  2. keine Befristung ohne Rechtfertigung
  3. Sachgrundlos?  „2 – 3“ Regel
  4. Befristungsgründe müssen nachvollziehbar sein
  5. Befristungsketten müssen nachvollziehbar
  6. Befristungsverlängerung und Vertragsänderung vertragen sich nicht
  7. Diskriminierungs- und Benachteiligungsschutz
  8. keine Kündigung ohne Kündigungsvereinbarung
  9. befristete Vertragsbedingungen unterliegen der AGB Kontrolle
  10. kein Einsatz ohne schriftlichen Arbeitsvertrages 

Kein Einsatz ohne schriftlichen Arbeitsvertrages

Die Befristung bedarf zu Ihrer Wirksamkeit der Schriftform, § 14 Abs. 4 TzBfG. Ein Arbeitsvertrag kann jedoch auch formlos geschlossen werden. 

Keine Befristung ohne Rechtfertigung

Das Befristungsrecht ist EU Arbeitsrecht. Die sehr schlanke EU Richtlinie 1999/70/EG legt fest:

1. Um Mißbrauch durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge oder -verhältnisse zu vermeiden, ergreifen die Mitgliedstaaten nach der gesetzlich oder tarifvertraglich vorgeschriebenen oder in dem Mitgliedstaat üblichen Anhörung der Sozialpartner und/oder die Sozialpartner, wenn keine gleichwertigen gesetzlichen Maßnahmen zur Mißbrauchsverhinderung bestehen, unter Berücksichtigung der Anforderungen bestimmter Branchen und/oder Arbeitnehmerkategorien eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen:


a) sachliche Gründe, die die Verlängerung solcher Verträge oder Verhältnisse rechtfertigen;


b) die insgesamt maximal zulässige Dauer aufeinanderfolgender Arbeitsverträge oder -verhältnisse;


c) die zulässige Zahl der Verlängerungen solcher Verträge oder Verhältnisse.

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:31999L0070&from=DE

Der deutsche Gesetzgeber hat neben sachlichen Gründen auch sachgrundlose Befristungen erlaubt, die in ihrer Dauer und Anzahl von Verlängerungen beschränkt sind.

Acht sachliche Gründe sind gesetzlich benannt:

  1. der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht,
  2. die Befristung im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium erfolgt, um den Übergang des Arbeitnehmers in eine Anschlussbeschäftigung zu erleichtern,
  3. der Arbeitnehmer zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers beschäftigt wird,
  4. die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt,5.die Befristung zur Erprobung erfolgt,
  5. in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen,
  6. der Arbeitnehmer aus Haushaltsmitteln vergütet wird, die haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind, und er entsprechend beschäftigt wird oder
  7. die Befristung auf einem gerichtlichen Vergleich beruht.

Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Sachgrundlos?  „2 – 3“ Regel

Ohne eines Sachgrundes kann max. zwei Jahre befristet werden. In diesen zwei Jahren kann die Befristung max. drei Mal verlängert werden. Wer schon einmal zuvor bei demselben Arbeitgeber gearbeitet hat, kann nicht mehr sachgrundlos beschäftigt werden (auch nicht nach 3 Jahren Unterbrechung

Befristungsgründe müssen nachvollziehbar sein

Es ist nicht nötig, den Befristungsgrund auch tatsächlich zu benennen. Im Überprüfungsfall muss der Arbeitgeber jedoch in der Lage sein, den Befristungsgrund nachvollziehbar darzulegen und zu beweisen.

Befristungsketten müssen nachvollziehbar sein

Der Vertretungsbedarf kann über komplexe Vertretungsketten abgebildet werden. Auch die Befristungskette muss vertraglich nicht niedergelegt werden. Der Arbeitgeber muss jedoch in der Lage sein, im Überprüfungsfall die Befristungskette nachvollziehbar darzulegen und zu beweisen.

Befristungsverlängerung und Vertragsänderung vertragen sich nicht

Der sachgrundlos befristete Vertrag kann jederzeit bis zu drei Mal verlängert werden. Allerdings wird die Verlängerung als Hinausschieben des Beendigungszeitpunktes „eng“ verstanden. Daher sollten etwaige Änderungen der Vertragsbedingungen zeitlich vor oder nach der Vertragsverlängerung erfolgen.

Diskriminierungs- und Benachteiligungsschutz

Das zweite große Anliegen der EU Richtlinie war der Diskriminierungs- und Benachteiligungsschutz der befristet Beschäftigten.

Befristet beschäftige Arbeitnehmer dürfen in ihren Beschäftigungsbedingungen nur deswegen, weil für sie ein befristeter Arbeitsvertrag oder ein befristetes Arbeitsverhältnis gilt, gegenüber vergleichbaren Dauerbeschäftigten nicht schlechter behandelt werden, es sei denn, die unterschiedliche Behandlung ist aus sachlichen Gründen gerechtfertigt. 


https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:31999L0070&from=DE

Diese Anforderung erfüllen §§ 4,5 TzBfG

keine Kündigung ohne Kündigungsvereinbarung

Das befristete Arbeitsverhältnis endet mit dem Ende der Befristung. Vorher kann der befristete Vertrag nur dann durch eine Kündigung beendet, wenn dies vertraglich vereinbart wird.

befristete Vertragsbedingungen unterliegen der AGB Kontrolle

Oft besteht der Wunsch, nicht den gesamten Vertrag, sondern lediglich bestimmte Vertragsbestandteile, beispielsweise eine befristete Zulage, zu befristen.  Diese Vereinbarungen unterliegen nicht der Befristungskontrolle des TzBfG, sondern den allgemeinen Grundsätzen der Vertragskontrolle, insbesondere das AGB Recht.

kein Einsatz ohne schriftlichen Arbeitsvertrages

Aus dem eingangs erklärten Schriftformgebot folgt: formlos geschlossener Arbeitsvertrag ist immer unbefristet. 

Jura Ersti – was muss ich mir kaufen?

Grundausstattung für das Jura-Studium.

Nur hier: die vollständige Einkaufsliste für Jura-Erstsemester, die dein Geld spart, weil Fehlkäufe vermieden werden.

Immer im Herbst und im Frühling ist es soweit – viele Erstsemester werden zum Sommer- bzw. Wintersemester ihr Jura-Studium beginnen. Es ist noch etwas Zeit sich darüber Gedanken zu machen, welche Literatur man sich kaufen sollte. Dieser Beitrag soll eine erste Hilfestellung sein (Die Links führen zu Amazon – Es gibt jedoch zahlreiche Alternativen!)

Werbehinweis

Diese Webseite ist ein Freizeitprojekt – die Pflege der Beiträge, das Vorhalten der Infrastruktur und meine Zeit erfordern einigen finanziellen Aufwand. Daher möchte ich im Sinne der größtmöglichen Transparenz darauf hinweisen, dass die unten verlinkten Produkte zu Amazon führen. Mit jedem Kauf erhalte ich eine kleine Provision, die zur Aufrechterhaltung dieses Angebots dient. Selbstverständlich kannst du die Bücher und Produkte auch in jeder gut sortierten Buchhandlung deiner Wahl käuflich erwerben und so den lokalen Einzelhandel unterstützen.

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Gesetzestexte

Das Wichtigste zuerst – die Gesetzestexte. Viele Rechtsfragen aus den ersten Semestern lassen sich durch das Studium der Gesetzesbücher lösen. Bis zum Hauptstudium sind die Taschenbuchausgaben absolut ausreichend. Ich kann nicht empfehlen, schon im ersten Semester sich einen Schönfelder nebst Ergänzungsband zu kaufen. Abgesehen davon, dass diese Bücher extrem schwer sind, sind sie zudem sehr teuer. Schon die Erstanschaffung kostet etwa 30,00 € bis 40,00 €. Dazu kommen die Nachlieferungen, die jeweils etwa 6 – 20 € kosten und in unregelmäßigen Abständen eure Zeit beim Einsortieren der hauchdünnen Seiten rauben. Diese Zeit ist viel besser ins Lernen zu investieren.

Nun also die Top 3 Gesetzestexte für’s Erste:

Bürgerliches Gesetzbuch BGB (DTV Verlag)

den AT und BT Teil werdet ihr bis zum Hauptstudium so oft lesen, dass ihr die Paragrafen im Schlafen können werdet.
€ 5,90

Strafgesetzbuch (DTV Verlag)

Auch dieses Gesetz hat einen AT und BT Teil. Anders als das BGB sind die Vorschriften weniger sperrig – man lese nur § 212 StGB. Hinter dieser einfachen Formulierung verstecken sich juristische Probleme, die auch heute nicht geklärt sind und viele Regalmeter an Kommentarliteratur füllen.
€ 9,90

Öffentliches Recht (DTV Verlag)

Hier lassen sich Vorschriften für die Vorlesungen zu Grundrechten und Verwaltungsrecht finden. Beim Verwaltungsrecht ist zu beachten, dass in jedem Bundesland unterschiedliche Vorschriften bestehen können. Dieses Buch bildet nur das Bundesrecht ab. Das reicht zwar in den meisten Fällen in den ersten Semestern völlig aus – euer Dozent kann aber auch andere Buchempfehlungen hierzu geben, um auch das Landesrecht abzubilden. In NRW wird oft dieses empfohlen: Landesrecht Nordrhein-Westfalen: Textsammlung – Rechtsstand: September 2019.
€ 16,90

Das war’s: mehr benötigt ihr für den Start an Gesetzesliteratur wirklich nicht. Wichtig ist, dass die Bücher möglichst aktuell sind. Eine Gesetzessammlung z.B. aus 2006 ist aktuell nichts mehr wert  – zu viele Gesetzesänderungen sind seitdem erfolgt.

Die aktuellsten Gesetzeswerke lassen sich im Internet aufrufen. Die besten Quellen hierfür sind meines Erachtens: http://www.dejure.de und http://www.buzer.de. Landesrecht muss man allerdings auf den jeweiligen Webseiten des Landesjustizministeriums suchen. In NRW z.B unter: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_start (in Google sucht man nach Landesrecht Bundesland)

Erwähnenswert sind noch die Gesetzessammlungen von Nomos: Zivilrecht – Öffentliches Recht – Strafrecht: Textsammlung. In diesen drei Gesetzesbüchern sind die drei größten Rechtsgebiete sehr umfassend vertreten. Allerdings hat diese Ausführlichkeit auch ihren Preis: aktuell kosten die drei Bände 62,00 €. Auch ihr Gewicht ist nicht zu vernachlässigen.

Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann auch komplett digital und zudem kostenlos lernen. Alles was man braucht ist ein Tablet oder ein Smartphone. Unter Android empfehle ich Lawdroid und Jlaw. Letztere ist nicht bloß eine Gesetzessammlung, sondern enthält auch viele Urteile mit Volltextsuche. Die iPhone- Fraktion greift zu Gesetze – Bund / Bayern oder LX Gesetze.

Es ist sehr wichtig, dass man mit den Gesetzen in den Gesetzesbüchern arbeitet, liest, markiert und unterstreicht. Daher empfehle ich, die Apps nur als Ergänzung – nicht aber als ausschließliches Lernmittel. Da in den Klausuren alleine die Gesetzesbücher zugelassen sind, muss man den Umgang damit schon ab dem ersten Studientag lernen – in der Klausur wird man es sonst bereuen.

Fachbücher

Neben den Gesetzesbüchern, braucht man auch didaktische Literatur. Hier werden die Dozenten zu Beginn jeder Veranstaltung ihre Tipps geben.

Wichtig ist zu wissen, dass es nicht „DAS“ Lernbuch gibt. Zu jedem Fach gibt es hunderte „Einführungen“, „Grundwissen-Bücher“, „Lernkommentare“ uns vieles andere. Es empfiehlt sich, einmal in Uni-Bib zu setzen und sich einige Exemplare pro Fach anzuschauen, probe zu lesen und zu blättern.

Ich für meinen Teil konnte ganz gut mit den Darstellungen von Rolf Schmidt BGB Allgemeiner Teil: Grundlagen des Zivilrechts; Methodik der Fallbearbeitung, Strafrecht Allgemeiner Teil: Grundlagen der Strafbarkeit; Aufbau des strafrechtlichen Gutachtens, Staatsorganisationsrecht: sowie Grundzüge des Verfassungsprozessrechts und des EU-Rechts lernen. Man muss jedoch wissen, dass viele Dozenten diese Art von didaktisch aufbereiteten Fachliteratur in den Facharbeiten für nicht zitierfähig halten. Es handelt sich um speziell aufbereitete Lernbeiträge und nicht um wissenschaftliche Abhandlungen.

Sehr empfehlenswert sind die Studienkommentare von Jacoby (Bürgerliches Gesetzbuch: Studienkommentar) und Joecks (Strafgesetzbuch: Studienkommentar).

Weniger gut fand ich die Reihe „Grundrisse des Rechts“. Aus meiner Sicht sind dort viele Darstellungen an den entscheidenden Stellen viel zu knapp und waren für mich deswegen oft unverständlich. Dagegen werden Nebenschauplätze breit getreten. Eine Ausnahme bildet meines Erachtens das Buch von Maurer Allgemeines Verwaltungsrecht (Grundrisse des Rechts). Das Buch hat derzeit den Auflagenstand 2017, dürfte aber weiterhin an den entscheidenden Stellen noch aktuell sein.

Für’s Zivilrecht würde ich Bücher von Brox (Allgemeiner Teil des BGB (Academia Iuris)) und Looschelders (Schuldrecht: Allgemeiner Teil (Academia Iuris)). Der besondere Teil von Looschelders hat mich jedoch weniger gut überzeugt. Da würde ich empfehlen mit Skripten von Alpmann und Schmidt zu lernen (dazu sogleich).

Für’s Strafrecht fand ich die Reihe von Beulke sehr gut: Strafrecht Allgemeiner Teil: Die Straftat und ihr Aufbau. Mit ebook: Lehrbuch, Entscheidungen, Gesetzestexte (Schwerpunkte Pflichtfach) und dazugehörige Klausurenbücher (I-III), wobei ich im ersten Semester das erste Buch der Reihe empfehlen würde: Klausurenkurs im Strafrecht I: Ein Fall- und Repetitionsbuch für Anfänger (Schwerpunkte Klausurenkurs)

BGB AT – Rolf Schmidt

Grundlagen des Zivilrechts; Methodik der Fallbearbeitung (März 2019)
€ 23,50

Strafrecht Allgemeiner Teil

Grundlagen der Strafbarkeit; Aufbau des strafrechtlichen Gutachtens (September 2019)
€ 23,80

Staatsorganisationsrecht

Staatsorganisationsrecht: sowie Grundzüge des Verfassungsprozessrechts und des EU-Rechts (März 2020)
€ 23,80

Studienkommentar BGB (Jacoby)

Die Reihe der Beck Studienkommentare ist eine gelungene Mischung aus Lehrbuch, Kommentar und Skript. Ausbildungsrelevante Streitthemen werden so aufbereitet, wie der Korrektor sie in der Klausur lesen möchte (im Gutachtenstil). Ergänzend werden anschauliche Aufbauschemata präsentiert, die die Bearbeitung der Übungsfälle und Klausuren erleichtern. Ein besonderer Augenmerk wird darauf gelegt, die Systematik des Gesetzes und die Querverlinkungen der einzelnen Vorschriften zu veranschaulichen.
€ 39,80

Studienkommentar STGB (Joecks)

Der Studienkommentar für StGB verfolgt das bewährte Konzept des BGB Kommentars und setzt dies entsprechend im Strafrecht um.
€ 29,80

BGB AT – Brox / Walker

Allgemeiner Teil des BGB. Mir gefällt hier vor allem die visuelle Gestatung, die durch zahlreiche Schaubilder und schematische Darstellungen das Verständnis des Gelernten erleichtern.
€ 23,90

Beulke/Wessels – Strafrecht AT

Die Straftat und ihr Aufbau (Lehrbuch). Die Darstellung erfolgt didaktisch sinnvoll anhand kleinerer Fälle, die die Struktur und Aufbau der Straftat veranschaulichen.
€ 26,00

Beulke/Wessels Klausurenkurs I Strafrecht AT

Noch besser als das Lehrbuch eignet sich der Klausurenkurs zur frühzeitigen Vorbereitung auf die anstehenden Klausuren. Das Werk bietet Zugang zu etwa ein Dutzend gutachterlich aufbereiteten Klausurfällen mit ausführlichen lehrbuchartigen Erläuterungen zu den jeweilig aufgeworfenen Problemen. Prädikat: sehr empfehlenswert (auch die Folgewerke für die Fortgeschrittenen)!
€ 20,99
Wie du merkst, können die Bücher ein kleines Vermögen kosten, wenn man sie alle kauft. Es geht aber auch günstiger: an vielen Unis sind die eBook Angebote von beck freigeschaltet. Dort lassen sich einige der Titel lesen. Es ist zwar weniger komfortabel aber es geht zur Not.

Noch ein Tipp: die Uni-Bibliotheken halten in der Regel eine Anzahl der beliebten Lehrbücher in ihrem Bestand vor. Allerdings sollte man beachten, dass es sich oft um ältere Auflagen handelt, sodass man hier etwas aufpassen muss, wenn man damit lernen möchte. In der Fachbibliothek deiner Fakultät müsstest du allerdings immer auch die aktuellen Auflagen zum Lesen und Lernen finden können.

Du wirst bald merken, dass die Vielfalt der Lern- und Lehrbücher einfach unglaublich ist. Hier kommt man nicht umhin, diese individuell zusammen zu suchen. Hierbei kann es passieren, dass das ausgesuchte Buch nicht zum eignen Lernkonzept passt. Das ist nicht schlimm – man muss einfach zeitnah auf die passendere Lektüre umsteigen. Ein Fehler wäre es daher, den Buchempfehlungen der Dozenten blind zu folgen. Auch wenn die Dozenten zu Beginn des Semesters ihre Buchempfehlungen und Literaturlisten verteilen werden, muss man diese wirklich als unverbindliche Empfehlungen auffassen. Je nach Lerntyp kann man mit mehr oder weniger wissenschaftlichen Darstellungen lernen.

Aus Gründen der Lerneffizienz kann ich nicht empfehlen, im ersten Semester die großen klassischen Darstellungen von Roxin oder Medicus Seite für Seite durchzulesen. Das kann man zur Vertiefung bestimmter Inhalte oder bei Wiederholung machen. Viel wichtiger ist es, zunächst die Struktur des Rechtsmaterie zu begreifen. Hierzu eignen sich am besten didaktisch aufbereitete Darstellungen.

Skripte und Fallbücher

Unbedingt zu empfehlen sind Fallsammlungen. Es gibt welche von Hemmer oder von Alpmann Schmidt. Für die erste BGB Klausur empfehle ich : Die Anfängerklausur BGB – das Buch gibt es inzwischen auch als günstige Kindle-Edition (eBook). Dieses Skriptartige Fallbuch führt Schritt für Schritt vor, wie man an eine Fallklausur herankommt und diese mithilfe des Gesetzes und des Gelernten auch löst. Auch wird der so wichtige Gutachtenstil eingeübt.

Vielfach belächelt, aber von mir als gut befunden sind die kurzen Lernbücher/Skripte von Rauda/Zenthöfer aus dem Richter Verlag (z.B: Strafrecht AT 25 Fälle). Das Tolle an diesen kleinen Büchern ist, dass sie günstig sind und so ziemlich alle Standardfälle für die ersten Semester enthalten. An dieser Stelle ist auch die Facebook-Webseite der Herren Rauda / Zenthöfer zu empfehlen.

Karteikarten

Es gibt von Hemmer, Alpmann Schmidt und anderen Anbietern fertige Karteikarten zum Lernen. Ich finde diesen Ansatz didaktisch nicht gut. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man am besten mit den Karteikarten lernt, die man selbst geschrieben hat.

Das Problem ist, dass auf den kleinen Kärtchen immer Platznot ist, sodass deren Verfasser immer gezwungen ist, sich kurz zu fassen. Wenn man dann diese Kurzfragen liest, die oft ohne Sachzusammenhang da stehen, kann man nicht immer nachvollziehen, welche Antwort erwartet wird. Beim Lernen führt das dann zur Frustration und nimmt jede Lernmotivation. 

Ich rate daher jedem, der mit Karteikarten lernen möchte, sich die Karteikarten besser selbst anzufertigen. Ich selbst habe im Laufe des Studiums über 800 Karteikarten angefertigt und damit immer wieder gelernt. Es ist zwar sehr viel Aufwand – aber wenn man es durchzieht, lohnt es sich richtig. Kostenlose Karteikartenvorlagen findet ihr hier, auf meiner Webseite.

Eine moderne Version der Karteikarte ist Anki – eine quelloffene Software für die Karteikartenverwaltung. Diese lässt sich sowohl im Web als auch auf den mobilen Geräten nutzen.

Fachzeitschriften

Juristen haben immer schon in Fachzeitschriften veröffentlicht. Dieses Publikationsmittel hat in der Vergangenheit schon so mancher Diskussion ein Forum geboten. Die wichtigsten Ausbildungszeitschriften sind Jus, JA, JURA und RÜ. Diese kann man gut sortiert in der Uni-Bib finden. Gratis-Ausgaben können in der Fachbuchhandlung in Uni-Nähe zu Beginn eines neuen Semesters abgeholt werden.

Man kann die Zeitschriften auch online im Uni-Netz lesen, sodass deren Abo nicht zwingend ist. Zu empfehlen ist die Webseite – ZJS. Dort erscheinen vier Mal im Jahr Fachbeiträge, Aufsätze und Buchbesprechungen von Autoren aus der Lehre und Praxis.

Für’s Strafrecht möchte ich noch die Webseite des Prof. Marxen an der HU Berlin empfehlen. Dort gibt es jeden Monat einen Fall des Monats – eine didaktisch vorbereitete klausurmäßige Falllösung.

IT Ausstattung

Ohne Technik geht auch das buchlastige Jurastudium leider nicht mehr. Folgendes sollte man sich anschaffen:

Laserdrucker – die sind nicht mehr so teuer wie früher, können aber sehr schnell und günstig drucken. Bereits in den ersten Wochen werden die Drucker zum Einsatz kommen, da viele Dozenten eigenes Skriptmaterial zur Verfügung stellen. Auch muss man viele Urteile und Aufsätze, sowie Kommentarliteratur ausdrucken, sodass sich diese Investition lohnt. Als günstiges, völlig unkompliziertes und bewährtes Modell möchte ich zu Brother 2370 raten.
Ein Smartphone – die ErstiGruppen in Facebook und WhatsApp werden eure Begleiter in den ersten Unitagen sein. Zudem hält man hierüber Kontakt zur Familie, Freunden und kann mittels Apps Gesetze und Urteile schnell nachlesen
Ein Laptop ist unverzichtbar für Hausarbeiten und sollte am besten über eine gute Akkulaufleistung verfügen. Es muss nicht immer
Auch ein Internetanschluss ist ein Muss – wobei man hier ganz gut in der UniBib lernen kann.

Kleidung

Ja, es stimmt – Jurastudenten kann man gut an deren Outfits erkennen. Wer hierzu mehr erfahren möchte, liest diesen Zeit-Beitrag .

Trotz des umfangreichen Beitrags konnte ich nicht alles aufzählen, was man sich für das erste Semester alles kaufen kann. So habe ich die schönen Schönfelder-Umschläge und Buchstützen ebenso unerwähnt gelassen, wie die sehr empfehlenswerten Ohropax. Man muss es halt selbst herausfinden, was der Markt so hergibt für ein angenehmes Studiengefühl. Meine Empfehlungen basieren auf meinen Erfahrungen und sollen lediglich Ausgangspunkt für euer erfolgreiches Studium sein.

In diesem Sinne – viel Spaß beim Jura-Shoppen!

Update 07/20 – die Links wurden auf die jeweils neueste Auflage aktualisiert. Bitte achte beim Kauf immer darauf, die neueste Auflage zu kaufen!

[Rezension] Examensplan.de – Examensvorbereitung mit Plan

Die Macher vom examensplan.de haben mich auf ihr Projekt aufmerksam gemacht und um Rezension in meinem Blog gebeten. Dem komme ich gerne nach.

Das Problem

In diesem Jahr jährt sich zum 220. Mal die Einführung des preußischen allgemeinen Landrechts (ALR, 1794), welches die bis dahin subsidiär geltenden Rechtsquellen – das römische Rechte und den Sachsenspiegel – ablöste. Was hat das mit dem hier rezensierten Projekt zu tun?

Nun ja, mit Einführung des ALR weigerten sich die damaligen Uni Professoren, das neue Recht zu unterrichten. Es bildeten sich Alternativen aus, die in privater Trägerschaft gegen Entgelt die Jurastudenten auf das schon damals existierende Staatsexamen vorbereiteten.

So alt wie die Geschichte der Reps, ist wohl auch das Problem der richtigen Zeitverteilung für das Lernen der dort vermittelten Kenntnisse.

Die gängigen Reps wie Alpmann oder Hemmer setzen auf ganztägigen Präsenzunterricht mit ein-zwei Tagen in der Woche, angelegt auf 11 – 12 Monate. Wer nicht ab dem ersten Tag intensiv nacharbeitet und ständig das vermittelte Wissen wiederholt, kommt schon nach wenigen Wochen in akute Zeitnot. Das wirkt sich typischerweise sowohl auf das Examensergebnis als auch auf das geistig-seelische Gleichgewicht des Lernenden aus.

Lösungsvorschlag

Die Macher des Examensplans sind sich sicher : das Problem mit der Lernkurve und Zeit lässt sich ganz planmäßig lösen. Mit mathematischen Algorithmen lässt sich die Quadratur des Kreises lösen ein Jahresplan erstellen, welcher individuelle Besonderheiten des Lernenden berücksichtigt, ihm genug Freizeit lässt aber gleichzeitig immer wieder auf die Bahn des planvollen und systematischen Lernens zurückbringt.

Wie das praktisch funktionieren soll, zeigt die Webseite des Projekts. Dort lässt sich via Webform ein individueller Jahresplan in Form eines Ringbuches erstellen. Nach Eingabe der persönlichen Vorlieben und individueller Zeitwünsche erstellen die Mitarbeiter des Projekts den persönlichen DIN-A5 Jahresplaner, der dann per Post zugeschickt wird. Die Kosten für den Service beginnen ab 69 € und richten sich danach, wie lange die Vorbereitungszeit dauern soll. Möglich sind Zeiträume von 12 bis 24 Monaten.

Der Planer soll nach der Idee seiner Entwickler so flexibel sein, dass auch größere Planänderungen und Lernverzug bis zu 6 Wochen kein Problem seien, so denn der Lernende das Versäumte zeitnah nachholt.

Meine Einschätzung

Ich muss zugeben, dass ich für mein erstes Staatsexamen nicht so systematisch und durchgeplant gelernt habe, wie die Macher des Projekts es sich ausgedacht haben (ob meine eher durchschnittlichen Ergebnisse darauf zurückzuführen sind, kann ich aber nicht beurteilen).

Gut finde ich, dass der Plan unabhängig von den Programmen der jeweiligen Repetitorien funktioniert – das heißt er gibt nicht explizit an, welches Thema wann zu lernen ist.

Aber bekanntlich gilt, wenn du Götter zum Lachen bringen willst, mach Pläne! Sicherlich kann so ein Plan ein gute Motivationshilfe sein – letztlich darf man aber die dort aufgezeigte Zeitverteilung nicht eisern mit allen Mitteln zu befolgen suchen. Auch das Lernen muss gewissermaßen Spaß bereiten.

Was ich den Machern des Projekts noch nahelegen würde, wäre die noch stärkere Digitalisierung der ganzen Prozedur. So ließe sich aus den Eingaben eine Kalenderdatei generieren, welche sich mühelos in die Kaleder-app des Smartphones integrieren ließe. Auf diese Weise könnten nicht nur die Produktionskosten für die Ringbücher gespart werden, sondern man könnte den Plan auch individuell nachträglich anpassen, wenn dies erforderlich sein sollte.

Alles in allem eine Empfehlung für notorische Aufschieber, wie mich. In einem der nächsten Beiträge werde ich mich dem Thema Lernplanung noch einmal näher widmen und das Konzept von GTD (Getting Things Done) vorstellen

Exklusiv: Interview mit den Machern von econtrario.de

Nachdem ich einige Zeit mit dem ausführlichen Test des neuen Karteikartenlernservice – econtrario.de – verbracht habe, econtrario_logokann ich meinen Lesern heute ein exklusives Interview mit den Machern des Services anbieten.

Kurz zum Background: Um Karteikarten zu lernen gibt es viele Möglichkeiten. Man kann sich die Kärtchen günstig bei ebay besorgen und selbst beschreiben; man kann aber auch auf fertige Karteikarten der großen Verlage zurückgreifen oder zu einem digitalen Netzwerk von Gleichgesinnten dazustoßen und Karteikarten zusammen erstellen und lernen. Bei econtrario geht es darum fremde und eigene Karteikarten sich nach dem multiple-choice-System zu erarbeiten. Ein spezieller Algorithmus sorgt dafür, dass man mit den Wiederholungen nicht schlabbert, sondern wirklich das Erlernte wiederholt, bis es sich im Langzeitgedächtnis festsetzt. Jura ist eben zu 99  % Fleißarbeit und nur zu 1 % Talent. Entsprechend viel und ehrgeuzig muss man mit seinem Lernpensum umgehen. Um hier etwas Motivation in den Prozess zu bringen, haben die Macher von econtrario ein Rankingsystem eingeführt. Damit kommt auch ein sportliches Interesse zum öden Lernen hinzu.

So und jetzt kommen die Machen selbst zu Wort.

 Wie viele Menschen stehen hinter dem Projekt? Wann kam die Idee dazu? Wer seid ihr Studenten, Referendare, ausgebildete Juristen, Programmierer, Designer?

Die Idee für eine eLearning Plattform mit der Möglichkeit, selbst Inhalte zu erstellen, kam uns während der eigenen Examensvorbereitung. Wir sahen eine enorme Schwierigkeit nicht nur darin, möglichst viele Fallkonstellationen „mal gesehen zu haben“, sondern auch darin, das schwer erarbeitete Strukturwissen regelmäßig zu wiederholen. Letztlich geht es ja darum, das ganze Wissen punktgenau wieder abrufen zu können.  Wir haben nun ein wunderbares Team: zwei Juristen – Carl-Wendelin Neubert promoviert am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, Christian Leupold ist Referendar am OLG Brandenburg; zwei erfahrene Programmierer – Christoph Beuck und Steffen Schebesta, die sehr erfolgreich den Service www.newsletter2go.de betreiben; und ein vielseitiger Designer – Rafael Varona, der so ziemlich alles kann.

Warum gerade Karteikarten? Habt ihr damit besonders gute Erfahrungen gesammelt? Beruht das ggf. auf wissenschaftlichen Erkenntnissen?

Wir haben selbst das Erste Staatsexamen hinter uns. Klar ist aus unserer Sicht, dass die Stoffmenge zu regelmäßigem Wiederholen zwingt – was ich im Januar intensiv erarbeitet habe, ist sonst im September nicht mehr in allen Details abrufbar. Da gibt es dann also zwei Möglichkeiten: Entweder, ich lese immer und immer wieder Lehrbücher (womöglich die gleichen mehrfach). Oder ich erstelle mir eigenes Lernmaterial. In welcher Form das geschieht, ist eher nachrangig aus unserer Sicht. Wir haben selbst viel ausprobiert. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Definitionen kann man z.B. am besten auf kleine Karteikarten schreiben. Konkurrenzen zwischen verschiedenen Rechtsgebieten brauchen eine ganze Din-A4-Seite. Und einen Überblick darüber, wie sich ein Rechtsgebiet untergliedert, kann man sich leicht mithilfe von Mindmaps verschaffen. Wir plädieren für eine Art Systemmix – von allem etwas. Viele Sachverhalte, Problemstellungen und Streitstände lassen sich hervorragend anhand von multiple-choice-Aufgaben darstellen. Nicht umsonst stellt diese Frageform in einigen anderen Fächern (z.B. Medizin) einen zentralen Bestandteil der Prüfungen dar. Zudem lässt sich der eigene Lernfortschritt beim Lernen mit multiple-choice-Aufgaben präzise dokumentieren – es fällt schließlich schwerer, sich selbst übers Ohr zu hauen, wenn man genau ablesen kann, welche Aufgaben man richtig und welche falsch beantwortet hat. Man kann ganz besonders gut Missverständnisse aufdecken und für die Zukunft ausschließen, indem man „Fangfragen“ stellt mit verlockenden Antwortmöglichkeiten, die aber aufs Glatteis führen. Am besten ist es, eine Aufgabe zu erstellen, wenn man gerade einen Denkfehler bei sich selbst entdeckt hat. Auf diese Weise kann auch echtes Verständnis geschaffen werden. Das Erstellen eigener Aufgaben zwingt darüber hinaus dazu, den gelernten Stoff umzustrukturieren, d.h. diesen in anderer Form wiederzugeben. Dass dieses sog. aktive Lernen erfolgreicher ist als passives Lernen, ist wissenschaftlich erwiesen.

Econtrario ist kostenlos und hat keine Werbung. Wie finanziert sich die Plattform?

Für den Anfang haben wir uns etwas Startkapital besorgt. Damit decken wir derzeit alle entstehenden Kosten. Wir machen fast alles selbst, so dass sich die Kosten im Rahmen halten. Langfristig denken wir über eine Finanzierung durch Werbung bzw. mithilfe von Partnern aus dem Bereich Rechtswissenschaften nach. Auf diese Weise können wir die Plattform dann ausbauen und weiterentwickeln. Für die Nutzer bleibt econtrario aber kostenlos, das ist uns sehr wichtig.

Was steckt hinter dem so genannten exponentiellen Lernen?

Man versteht darunter die Wiederholung in größer werdenden Zeitabständen. Dieses Vorgehen entspricht der Wissensspeicherung im menschlichen Gehirn: Anfangs braucht man viele Wiederholungen innerhalb kurzer Zeit. Später wandert das Wissen bildlich gesprochen in das Langzeitgedächtnis und muss nur noch sehr selten wiederholt werden, um abrufbar zu bleiben. Wir haben ein sehr flexibles System entwickelt, das die Nutzer von econtrario Ihren eigenen Bedürfnissen anpassen können: Standardmäßig werden alle Aufgaben, die der Nutzer in seine Favoriten (virtueller Karteikasten) aufnimmt, nach 7, 14, 90, 180 und 300 Tagen abgefragt. Wer aber schon früher oder erst später als in 300 Tagen sein Examen hat, kann diese Zeiträume anpassen.

Sind Apps für die mobilen Plattformen wie Android oder IOS geplant?

Ja. Wir haben bereits eine „Mobile App“ für das iPhone. Das bedeutet, dass man sich die App nicht über den App Store herunterladen und installieren muss, sondern dass man mit dem Handy einfach auf www.econtrario.de geht und automatisch eine für das iPhone optimierte Darstellung gewählt wird. Eine entsprechende App für Android und das iPad ist in Planung.

Habt ihr noch andere Projekte oder sind welche geplant?

Wir sind mit ganzem Einsatz und ganzer Leidenschaft bei econtrario und planen derzeit auch keine neuen Projekte.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Eurer Plattform im Kampf für das unermüdliche Lernen!

 

 

Und wieder Karteikarten

In den letzten Tagen haben mich zwei interessante Projekte erreicht, die sich beide mit dem Lernen nach dem Karteikartensystem beschäftigen. Da ich nach wie vor der Meinung bin, dass Karteikarten eine recht gute Möglichkeit ist, Inhalte auswendig zu lernen, möchte ich die zwei Projekte hier kurz beleuchten.

1. Als erstes wurde ich auf den mir bisher unbekannten Dienst econtrario.de aufmerksam gemacht
econtrario
Es handelt sich um eine soziale Lernplattform, bei der jeder juristische Aufgaben/Fragen nach dem multiple choice System einstellen kann. Das beste daran: die Seite sieht echt schick aus und der Service soll nach Angaben des Betreibers für immer kostenlos bleiben. Das System bietet Aufgaben aus allen drei Rechtsgebieten, wobei die Auswahl der Fragen noch relativ klein ist. Ich bin aber sicher, dass sich mit der Zeit der Aufgabenpool richtig groß wird. Die Webseite ist zudem so gestaltet, dass sie auch auf mobilen Geräten gut nutzbar ist. Daher ist das Portal auch geeignet, um unterwegs statt Tetris ein paar juristische Probleme zu wiederholen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist dass die Aufgaben keine Kommentarfunktion haben. Man hätte zu jeder Aufgabe einen Diskussionsthread erstellen können, in dem man sich mit anderen Nutzern austauschen könnte. Vielleicht ist diese Funktion für spätere Releases geplant – wer weiß.

UPD: Ich muss mich korrigieren. Ich habe eben festgestellt, dass die Plattform auch eine Kommentarfunktion bietet. Sie hat sich nur versteckt und kommt, was sinnvoll ist, erst dann zum Vorschein, wenn man eine Frage beantwortet.

UPD 2: Einen Verbesserungsvorschlag kann ich doch noch an die Entwickler machen. Es wäre toll, wenn man Karteikarten aus seinem „Karteikasten“ irgendwie exportieren könnte, um zum Beispiel die eigenen Karteikarten mit Anki oder sonstigen Tools zu lernen. Die mobile Version von econtrario erfordert einen Internetzugang, was unterwegs nicht immer verfügbar ist und mit zusätzlichen Kosten verbunden sein kann.

2. Das zweite Projekt stammt von Thomas Kahn. Er hat für Anki (s. Artikel: „Lernen mit Anki (Interaktives Karteikartensystem)“) ein paar Vorlagen erstellt, die sich speziell für juristische Inhalte eignen sollen.

tk_karteikarten

Um die Vorlagen nutzen zu können, muss man eine spezielle Erweiterung für Anki von der Webseite des Anbieters herunterladen. Nach einem Doppelklick, sind die Vorlagen installiert und verwendbar. Sodann wählt man die passende Vorlage aus und erstellt die Karteikarte.

Zurzeit stehen folgende Inhaltstypen zur Verfügung:

  • Einfache Frage
  • Fachbegriff
  • Prüfungsschema
  • Streitstand
  • Vergleichende Frage

Ich finde, diese Vorlagen erleichtern das systematische Lernen ungemein. Sie machen Anki (was eigentlich ein Vokabellerntool für Fremdsprache ist) zu einer Anwendung, die juristische Inhalte richtig strukturiert speichert und abfragt. Mir persönlich hat in Anki die Möglichkeit gefehlt, Prüfungsschemata schön sauber zu speichern. Mit dieser Vorlagensammlung ist es nun möglich.

Daher auch für dieses Projekt eine klare Empfehlung und ein Dank an den Entwickler.

Lernen mit Anki (Interaktives Karteikartensystem)

Hallo, heute möchte ich euch die OpenSource Software anki vortsellen. Was ist das? Anki ist ein kostenloses und freies Tool zum Lernen nach dem Karteikartensystem. Ich habe bereits an einer anderen Stelle über meine Karteikarten berichtet. Dort findet ihr auch meine Vorlagen zum Ausdrucken. Heute geht es aber um Anki, einem softwaregestützten Karteikarten – Lernsystem.

A. Karteikarten – Was ist das?

Was Karteikarten sind, muss ich wohl nicht erklären. Ich benutze dickere DIN A6 Kärtchen, die ich auf der Vorderseite mit einer Frage und auf der Rückseite mit der Antwort beschrifte.

An sich sind die Karten nur ein Mittel. Der größte Lerneffekt tritt ein, wenn man diese nach einem bestimmten Lernsystem einsetzt. Sebastian Leitner, ein gelernter Jurist und deutscher Publizist(1919 – 1989) entwickelte sein Lernschema für Karteikarten (Bildquelle):

Vereinfacht funktioniert es so, dass zunächst alle Karteikarten in das erste Fach landen. Sodann müssen sie wiederholt werden. Stimmt die Antwort nicht mit der auf der Rückseite aufgeschriebenen, bleibt es im Fach 1, ansonsten geht es in das nächste Fach. Die Wiederholungsintervalle steigen mit jedem weiteren Fach. Wichtig ist aber, dass Fach 1 jeden Tag wiederholt wird! Mehrnoch – es wird sogar empfohlen, die frisch aufgeschriebene Karteikarte nach 30 Sekunden zu wiederholen und dann nochmal nach 2 Stunden. Man könnte das erste Fach also in weitere Unterfächer aufteilen.

B. Lernen mit Anki

Nun hat das mehrere Nachteile: das System an sich ist ziemlich aufwändig und die Karteikarten nehmen ziemlich viel Platz ein und sind nicht ergonomisch genug, um sie unterwegs zu wiederholen. An dieser Stelle kommt Anki ins Spiel. Diese quelloffene Software gibt es für viele Plattformen (iOS, Android, Windows, Linux, Mac) und sie nutzt einen Wiederholungsalgorithmus, der dem von Leitner ziemlich nahe kommt. Die Software ermittelt die Richtigkeit der Antwort und verschiebt die Karte automatisch in das richtige Fach. Ggü. dem 5-Fach System von Leitner hat es den Vorteil, dass man nicht zwingend auch solche Karteikarten wiederholen muss, die man eigentlich ganz gut kennt und sie nur deshalb aufgeschrieben hat, um sie nicht aus den Augen zu verlieren.

Aber Anki kann noch vielmehr. Der größte Pluspunkt ist die Möglichkeit seine Karteikarten stets und überall abrufen zu können. Man kann nämlich all die Karten mit dem eigenen Webdienst ankiweb synchronisieren und von jedem Computer mit Internetanschluss wieder abrufen. Man kann auch freigegebene Karteikartensammlungen anderer User in die eigene Kollektion laden und nutzen.

C. Der Vorteil für Juristen

Das Karteienlernsystem hat für Jurastudenten einen großen Vorteil. In der Ausbildung sind wir dazu gezwungen viele Einzelfakten und Definitionen zu lernen. Wie definiert man den Betrug? Wie erfolgt die Übereignung beweglicher Sachen? Welche Tatbestände kennt das Bereicherunsgrecht? Auch wenn in der Klausurlösung die Einzelfakten nicht viel bringen, doch sind sie Voraussetzung, um zu einer annehmbaren Lösung zu kommen.

Die Möglichkeit seine Karteikarten auf unterschiedlichsten Plattformen auch offline zu nutzen, macht das System eigentlich zu einem meiner Lieblingslerntools.

Hier nochmal die wichtigsten Links:

1. Ankisoftware: http://ankisrs.net/

2. Android Client: https://code.google.com/p/ankidroid/wiki/Index auch im PlayStore erhältlich

3. iOS Client: http://itunes.apple.com/us/app/ankisrs/id373493387?mt=8 im Apple AppStore

4. Buchempfehlung: Brain Rules v. John Medina [eng]: http://www.amazon.de/Brain-Rules-Principles-Surviving-Thriving/dp/0979777747/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1338560643&sr=8-1

Lernen mit Karteikarten (kostenlose Vorlagen)

Lange ist es her, dass der letzte Beitrag von mir erschienen ist. Ich bin momentan beim einem Rep und bereite mich auf das Examen vor. In diesem Artikel möchte ich kurz das Lernen mit Karteikarten behandeln.

Karteikarten sind für das Lernen sehr effektiv. Man kann auf einer relativ kleinen Fläche komprimiert Wissen zu einer bestimmten Frage festhalten, dieses durch gezieltes und systematisches Wiederholen lernen und im Fall der Fälle abrufen.

Das Lernen mit Karteikarten kann vielfältig gestaltet werden. Weit verbreitet ist das 5-Fächer-System. Man unterteilt die Ablagebox für die Karteikarten in 5 Abteilungen. Die erste ist für den neuen Stoff. Sie wird jeden Tag bearbeitet. Das Gelernte wandert weiter. Das ungelernte bleibt in der ersten Abteilung weiter. Am nächsten Tag werden richtig wiederholte Karten aus der zweiten in die dritte Abteilung verschoben. Die Karten aus der Dritten Abteilung werden nach einer Woche wiederholt und wandern in die vierte. Nach einem Monat gehen die Karten in die letzte Abteilungen, wenn sie richtig wiederholt wurden. Dort werden die dann monatlich aufgerufen.

Aber wo kriegt man die Karteikarten her? Es gibt viele fertige Frage-Antwort Kärtchen von verschiedenen Verlagen. Ich habe mir die von hemmer für Zivilrecht I (BGB AT und SchuldR AT) angeschafft. Diese sind in Prinzip ganz gut aber teilweise fehlerhaft, was Meinungsstreitigkeiten anbelangt und man kann sie nur sinnvoll lernen, wenn man andere Produkte von hemmer gleichzeitig durcharbeitet. So bauen die BGB AT Karteikarten auf dem Fallbuch zu BGB AT von hemmer ziemlich offensichtlich auf. Die Kärtchen sind auf einem sehr dünnem Papier gedruckt, das  in der Jackentasche schnell knittert. Die Fragen sind teilweise unpräzise gestellt und führen bei neuen Karten zu Missverständnissen.

Andere Systeme habe ich nicht angeschaut, aber es gibt noch Kartensätze von Alpmann Schmitt und Münchhausen.

Der Nachteil von all diesen Kartensätzen ist klar: Sie wurden vorgefertigt. Da die Fläche auf dem Papier breite Ausführungen nicht zulässt, muss das Wissen komprimiert werden. Die Folge ist, dass jemand anders sich nur schwer in die Denkweise des Erstellers einarbeiten wird.

Die Lösung dafür ist, Karteikarten selber anfertigen. Das habe ich ab Beginn meines Studiums angefangen und führe es immer noch fort. Wobei ich immer wieder die Formate und die Technik ändere und neue Methoden ausprobiere, damit ich das Optimum für mich finde.

Trotz der vielen Vorteile von Karteikarten, haben diese einen großen Nachteil: wen man sie selbst erstellt, braucht es a) relativ viel Zeit für die Erstellung und b) man verfällt schnell in Abschreib-automatismus, bei dem der Inhalt hinter der physischen Schreibarbeit  tritt. Das muss man aktiv bekämpfen, indem man die Karteikarten immer wieder für die Falllösungen bemüht, diese abändert, anpasst und so weiter, bis sie wirklich Relevantes enthalten.

Dazu kommt noch die psychologische Hürde: man muss sich dazu zwingen, statt den neuen interessanten Stoff zu verstehen, erstmal das alte zu wiederholen. Wenn man es schafft, eine Routine zu begründen und dieser zu folgen, fällt das Lernen mit den Karteikarten dann nicht allzu schwer.

Ich möchte hier noch meine Vorlagen kostenlos  zum Download anbieten. Ich drucke diese auf DIN A6 blanko Karteikarten mit Papierdicke 180 und beschreibe sie dann nach Belieben. Das Format erscheint mir am ehesten geeignet für schriftliches Beschreiben. A5 Karteikarten sind da zu groß, A7 zu klein, man wird die eigene Schrift nicht lesen können.

Download: Vorlage Zivilrecht | Vorlage öffentliches Recht | Vorlage Strafrecht

Dazu ein paar technische Hinweise: Die Vorlagen sind im PDF Format. Der Drucker muss für das Drucken von kleineren Papierformaten als DIN A4 ausgelegt sein und in den Einstellungen sollte DIN A6 ausgewählt werden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Karteikarten gemacht? Welche andere Lernmethoden habt ihr für euch entwickelt?